A Capella Nacht Freiburg

7et9m58h

A-capella-Nacht

beim Zeltmusikfestival Freiburg

Dass man für ein abendfüllendes Musik-Programm keine Instrumente benötigt, konnte man bei der A-capella-Nacht am 16.07.2012 beim 30. Zeltmusikfestival Freiburg eindrucksvoll miterleben. Für diesen Abend wartete der Veranstalter gleich mit drei überragenden Bands auf: „Unduzo“ aus Freiburg, „Montezuma´s Revenge“ aus den Niederlanden und „Rockapella“ aus den USA .

Den Anfang machten die Lokalmatadore „Unduzo“. Sie präsentierten einen Auszug aus ihrem aktuellen Programm „Halbkünstler“, mit dem sie momentan auch auf Tour durch Deutschland sind. Die 2008 gegründete Band „Unduzo“ sind die fünf Sänger Till Schumann (Tenor), Patrick Heil (Tenor), Cornelius Mack (Bariton), Julian Knörzer (Beatbox/Bariton) und Richard Leisegang (Bassbariton). Die Musik ist eine Mischung aus Pop, Rock und Jazz dazu Texte mit alltäglichen Themen, Kuriositäten, Missverständnissen und einem Hauch Comedy. Wer hätte gedacht, dass der Himmel überfüllt ist und Petrus nur noch die Menschen mit dem eindrucksvollsten Tod herein lässt? Interessant auch ein Stück über den Frühling aus der Sicht eines Astronomen, eines Gastronomen, eines Mannes und einer Frau (wobei letztere nur auf Vermutungen basiert). Nicht umsonst haben die 5 bereits den Wettbewerb für Nachwuchsvokalensembles in Heilbronn gewonnen. Gute Arrangements gepaart mit hervorragenden Stimmen, lupenreinen Harmonien und rhythmischem Beatbox machen Lust auf mehr und die gut 45 Minuten vergingen wie im Flug – doch hinter der Bühne stand bereits die nächste Band in den Startlöchern.

Nach wenigen kleinen Umbaumaßnahmen durfte man sich auf echte Legenden der A-capella-Musik freuen: „Montezuma´s Revenge“ aus den Niederlanden. Im Jahre 1996 gegründet, tourt die Band auch heute noch erfolgreich und vor ausverkauften Häusern durch ihre Heimat. Sehr beeindruckend ist auch zu sehen, dass bei dieser Band „jung und alt“ gemeinsam auf der Bühne steht, es dürfte von jedem Jahrgang zwischen 20er und 50er ein Vertreter dabei sein. Die „Montezuma´s“ sind Paul Klooté, Hans Cassa, Menno Stuifmeel, Tom Schraven und Robbert van Unnik. Ihre Musik besteht aus vielen englischsprachigen Cover-Versionen aus dem Pop und Rock, aber auch wunderschöne Balladen. Höhepunkt ihres Konzert war die genial arrangierte Version von Herbert Grönemeyers „Der Weg“. Gänsehaut pur und eine Stille in dem großen Zirkuszelt, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Die Niederländer ernteten nicht nur für dieses Stück frenetischen Applaus, auch mit ihrem restlichen Programm konnten sie das deutsche Publikum von sich überzeugen und wurden erst nach mehreren Zugaben von der Bühne verabschiedet. Besonders die letzte Zugabe sorgte erneut für Gänsehaut, da diese ohne Mikros und sonstige Technik gesungen wurde. Dass die Jungs über hervorragende Stimmen verfügen wurde spätestens hier deutlich klar.

Nach einer 20-minütigen Umbaupause wurde die Bühne für die Stars aus den USA freigegeben: Rockapella. Die 1986 in den USA gegründete Gruppe hat in den Jahren mehrmals ihre Besetzung geändert, so dass heute keines der Gründungsmitglieder mehr dabei ist. Trotzdem hat sich die Band kontinuierlich weiterentwickelt und kann zwischenzeitlich weltweiten Erfolg verbuchen. Rockapella, das sind die Tenöre Scott Leonard, John K. Brown und Steve Dorian, der Bass George W. Baldi sowie Jeff T. Thacher, zuständig für Vocal Percussion. Dass er einer der wahrscheinlich besten ist, stellt er bei jedem Stück unter Beweis, vor allem bei seinem ca. 5minütigen Solo. Ein Spitzenschlagzeuger könnte es auf seinem Instrument nicht besser machen und mit verbundenen Augen würde niemand glauben, dass dort auf der Bühne ein Mensch steht und das alles nur mit seinem Mund macht. Aber auch die fünf überragenden Sänger können alle auf langjährige Erfahrungen im musikalischen Bereich zurückblicken, die sie nun bei Rockapella formvollendet einbringen. Neben perfekten Stimmen überzeugen die 5 Jungs auch durch energiegeladene Choreografien. Es gibt kaum ein Stück, bei dem nicht größtenteils synchron getanzt (und nebenbei noch gesungen) wird. Doch auch die leisen Töne beherrschen sie perfekt, so folgen auf temporeiche und energiegeladene Nummern wunderschöne Balladen. Auch sie durften das Zelt nicht ohne Zugaben verlassen. Zur Freude des Publikums wurde hierfür extra ein  Stück auf Deutsch einstudiert: eine Mischung aus „Wochenend´ und Sonnenschein“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“ – dieses honorierte das Publikum mit großem Applaus, so dass noch eine weitere Zugabe nicht lange auf sich warten lies. Wie zuvor schon „Montezuma´s Revenge“ lies es sich auch „Rockapella“ nicht nehmen, das letzte Stück ohne Mikros zu singen. Auch sie konnten damit den letzten Zweifler von sich und ihrem Können überzeugen.

Nach diesem überwältigenden Abend mit einem Feuerwerk voller grandioser Stimmen kann man nur hoffen, dass es auch nächstes Jahr eine „A capella Nacht“ beim Freiburger Zeltmusikfestival geben wird.

Infos zum Zeltmusikfestival: www.zmf.de

Infos zu den Bands:

www.unduzo.de

www.montezuma.nl

www.rockapella.com

Bericht und Fotos: Sabine Böhm

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)