Premiere Mamma Mia Stuttgart

„Mamma Mia – es geht schon wieder los…“

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Rückkehr des Erfolgsmusicals und umjubelte Premiere im Stuttgarter Palladium Theater

Rund 6 Jahre ist es nun her, seitdem das erfolgreiche Musical „Mamma Mia“, mit den großen Hits der schwedischen Popgruppe Abba, Stuttgart verlassen hat. Doch das Warten der Fans hat ein Ende: Am 14.02.2013 feierte „Mamma Mia“ seine Rückkehr in die schwäbische Hautpstadt, allerdings nur für begrenzte Zeit, nämlich genau 6 Monate!

Doch Fans und Freunde des Musicals werden sicherlich diese Chance nutzen, um sich nochmals auf die griechische Insel zu „Donna“ und ihren Lieben zu begeben und die humorvolle Geschichte erneut zu erleben.

Die Entstehungsgeschichte des Stückes ist relativ kurios, so standen Benny Andersson und Björn Ulvaeus einem Musical mit den Hits von Abba eher skeptisch gegenüber. Allerdings wurde ihr gemeinsames Musical „Chess“ sehr erfolgreich aufgeführt und als dann noch Catherine Johnson den beiden Herren ihre Story über eine „Mutter-Tochter-Beziehung“ vorstellte, stimmten sie letztendlich begeistert zu. „Mamma Mia ist ein Musical, von dem wir gar nicht wussten, dass wir es geschrieben haben!“, so Björn Ulvaeus.

Doch was macht die Faszination des Musicals aus? Sind es alleine die weltbekannten Abba Hits, die für den großen weltweiten Erfolg sorgten? Oder doch eher die rührende und unterhaltende Geschichte?

An sich ist es eine Kombination beider Aspekte, die „Mamma Mia“ zu einem der erfolgreichsten Jukebox Musical avancieren ließ. So legte es auch den Grundstein für zahlreiche weitere Musicals, die auf den Hits großer Stars basieren – manchmal auch eher zum Leidwesen der wahren Musicalfans, die komplexe Stories und eigens dafür komponierte Titel bevorzugen.

Oftmals liegt der Erfolg im Verborgenen und Einfachen – so lässt sich die Handlung des Musicals relativ schnell wiedergeben: Donna, eine alleinerziehende Mutter, lebt mit ihrer Tochter Sophie auf einer griechischen Insel. Sophie, gerade mal 20 Jahre alt, möchte heiraten und dabei quält sie eine wichtige Frage: Wer ist ihr Vater? Im Tagebuch ihrer Mutter stößt sie auf drei Herren, die genau zu dem Zeitpunkt von Donnas Schwangerschaft mit ihr liiert waren…so beschließt Sophie eigenständig, Schicksal zu spielen und schreibt den vermeintlichen Vätern einen Brief. Sie lädt sie zu ihrer Hochzeit ein und die drei folgen ihrem Ruf. Dass Donna nicht gerade glücklich über das Auftauchen der verflossenen Liebhaber ist und sie die Vergangenheit immer stärker einzuholen versucht, dürfte klar sein. Auch Donnas Freundinnen Rosi und Tanja sorgen für allerlei frischen Wind und lassen die Gesangsgruppe „Donna and the Dynamos“ wieder aufleben. Doch wer ist nun wirklich Sophies Vater und wie viele Irrungen und Wirrungen muss Donna durchstehen, ehe es ein Happy End gibt?

Dass selbst Hollywood diese einfühlsame Geschichte aufgriff und daraus einen abendfüllenden Musical-Kinofilm drehte (in den Hauptrollen u.a. Meryl Streep und Pierce Brosnan) zeigt, wie stark sich „Mamma Mia“ bereits etabliert hat.

Die Hauptrolle der „Donna“ übernimmt nun in der Stuttgarter Produktion Sabine Mayer, sie stand vor kurzem noch im Musical „ich war noch niemals in New York“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite, im Apollo Theater, auf der Bühne. Man nimmt ihr die gestresste Mutter absolut ab und auch die leisen und nachdenklichen Töne beherrscht Mayer perfekt. Als Donnas Freundinnen sind Betty Vermeulen (Tanja) und Barbara Raunegger (Rosie) zu sehen – beide sorgen für ordentliche Lacher und ihr Hadern mit dem Fortschreiten der Jahre sowie den daraus resultierenden Gebrechen ist ein besonderes Highlight der Show.

Eva Serrarens als „Sophie“ zeigt eindrucksvoll die verzweifelte Suche nach der eigenen Identität. Sie gibt die Hoffnung nie auf und riskiert dabei sogar ihre eigene Hochzeit mit „Sky“ (Dirk Johnston). „Mich trägt mein Traum“, Sophies Opener und auch letzter Song der Show setzt atmosphärisch genau den Charakter dieser Rolle um.

Sophies „Väter“ werden in Stuttgart von Jerry Marwig (Sam), Ramin Dustdar (Harry) und Jörg Zuch (Bill) gespielt. Die Charaktere sind äußerst passend besetzt und jeder Darsteller verkörpert einen bestimmten Typus von Mann: Der bodenständige, aber etwas eigenbrötlerische Sam, der gutmütige und sensible Harry und der raubeinige Abenteurer Bill.

Das gesamte Ensemble besteht vorwiegend aus sehr jungen, talentierten Musicaldarstellerinnen und –darstellern. Ob akrobatische Tanzeinlagen oder harmonievoller Chorgesang – den Zuschauern wird für Augen und Ohren viel geboten bei der Wiederaufnahme des Musicals.

Rund 24 Abba Hits sind in das Musical integriert worden und auch wenn das Bühnenbild äußerst spärlich ist (zwei verschieden kombinierbare Kulissen, die Donnas Kneipe sowie die ein Hotelzimmer oder die Außenansicht darstellen sollen), wird das Stück durch die Spielfreude der Darsteller sowie die großen Hits von Abba getragen. Dr. Michael Kunzes  deutsche Texte passend genau zur Handlung und fügen sich in die Handlung ein.

Wer hätte am 6. April 1974 geahnt, dass die Popgruppe Abba, die damals mit „Waterloo“ den Eurovision Song Contest gewannen, einmal Musicalgeschichte schreiben würden?!

So feierte „Mamma Mia“ am 6. April 1999 Weltpremiere in London und ein Ende dieser Erfolgsstory ist bis heute nicht in Sicht!

Bericht: Franziska Maier

Fotos: Stage Entertainment

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)