Musical rocks

Musical rocks – die größten Musicalhits mal anders…

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Bereits im vergangenen Jahr begeisterte eine Show ganz Deutschland. Diese Show präsentierte die großen Hits der Musicalwelt, jedoch mit einem rockigen Sound und im Stil eines großen Live Konzertes: Musical rocks!

Das Hit Feuerwerk geht nun in die nächste Runde und auf große Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Eine Station der großen Tournee war auch Stuttgart. Die Liederhalle bebte bereits bei den ersten Takten – ein überdimensional großer Frauenmund auf der großen Leinwand, eine Live Band sowie Tänzerinnen und Tänzer erscheinen in blauem Neonlicht. Der einpeitschende Rhythmus lässt erahnen, was nun als Opener der Show folgt: Der legendäre „Time warp“ aus der „Rocky Horror Show“ und bereits bei diesem Titel hält es das Publikum der beinahe ausverkauften Liederhalle kaum noch auf den Sitzen. Die Begeisterung der männlichen Zuschauer steigert sich jedoch beim zweiten Song noch weiter. So stehen die Hauptprotagonistinnen des Abends in Strapsen und lasziv singend und tanzend bei „Lady Marmalade“ aus dem Stück „Moulin Rouge“ auf der Bühne. Anke Fiedler, die u.a. auch im Musical „Falco meets Amadeus“ oder „Dracula“ zu sehen war, Nadine Schreier, vielen noch bekannt als „Constance“ in „Die 3 Musketiere“ und Taryn Nelson, die auch im Erfolgsmusical „König der Löwen“ oder in „Tanz der Vampire“ zu sehen war, überzeugen direkt mit ihrem Gesang und Tanz. Die Damen schlüpfen im Laufe des Abends in die verschiedensten Rollen und jedes Mal verkörpern sie diese glaubwürdig und mit starken Stimmen. Doch auch die männlichen Gesangssolisten Sascha Lien („Galileo“ aus „We will rock you“) Vincent Bueno („Jesus Christ Superstar“) und Eric Papilaya (der bereits mit seinem Song in den Top 10 der österreichischen Charts war) harmonieren ebenso perfekt und zeigen große Vielfalt in ihren unterschiedlichen Darbietungen. Unterstützt werden die Sängerinnen und Sänger von einem achtköpfigen Tanzensemble, das passend zu den Titeln atemberaubende Choreographien auf die Bühne bringt und das Publikum zu Sonderapplaus hinreißt.

Klassiker der Musicalwelt wechseln sich mit aktuelleren Titeln sowie Disney Songs ab. Eine gelungen Mischung, die besonders die Vielfalt dieses Genres zeigt. Denn wer hätte gedacht, dass man auch die klassischen Musicalsongs, wie „Das Phantom der Oper“ oder „Der letzte Tanz“ aus „Elisabeth miteinander kombinieren und als Rocksong verkaufen kann?! Diese besondere Inszenierung der beiden Lieder könnte man als Highlight des Abends bezeichnen. Allgemein wurden die musikalischen Experimente besonders hoch vom Publikum honoriert. Bei „The impossible dream“ aus „The man of la mancha“ wurde dies ebenso deutlich. Hier bei verzichtete man auf die Klänge der Rockband und die drei männlichen Solisten begleiteten sich auf der Gitarre und sorgten dafür, dass auch das Publikum als Chor mit einstimmte. Der Streifzug durch die Musicalszene ließ auch vergangene Jahrzehnte erneut aufleben. Das Hippie Musical „Hair“ entstand in den späten 60er Jahren und zeigt sehr deutlich, wie stark auch die Musik vom Zeitgeist geprägt ist. Aber wer hätte gedacht, dass auch „Eivat“ in die 70er Jahre gehört? 1971 wurde die erste Aufnahme des Stückes von Andrew Lloyd Webber veröffentlicht und gilt seither als Klassiker unter den Musicals. Eine besondere Version von „You must love me und Don´t cry form e Argentina“ war eindrucksvoll von Anke Fiedler zu hören.

Die 70er Jahre waren auch noch mit „Mamma Mia“ vertreten, außerdem sorgte „Grease“, das nach dem gleichnamigen Film, der 1971 erschien benannt wurde, für Furore.

Dauerwelle, Neonkleideung, Stirnband…richtig, wir befinden uns in den 80er Jahren, die mit „Miami Nights“ und den Titeln „What a feeling“, „Rhythm is gonna get you“ und „I wanna dance with somebody“ für Stimmung sorgten. Natürlich durfte auch „Dirty dancing“ nicht fehlen, mit der berühmten Hebefigur zu „Time of my life“ sowie einem Schriftzug „Patrick Swayze – Rest in peace – we will always love you“ sorgte dieser Showblock auch für die ein oder andere Träne. Ebenso aus den 80ern entsprang Olivia Newton-Johns Hit „Xanadu“.

Wesentlich aktueller sind die sogenannten „Jukebox Musicals“ – also Stücke, die aufgrund von bekannten Hits oder Künstlern geschrieben wurden. Meistens gab es zuerst eine Handlung und zu dieser wurden dann die Titel komponiert. Hier verhält es sich umgekehrt: Rund um die großen Hits von Queen oder Abba entstanden neue Handlungsstränge, die dann die Titel passend integrierten. Bei „We will rock you“ streiten sich die Geister bezüglich der abstrakten Handlung auf dem „Planeten ebay“, doch die Songs von Queen sind wahre Evergreens, die wirklich zu der Show passten. Die jungen Zuschauer dürften sehr begeistert sein über den „High School Musical“ Block, die Filme eroberten die Herzen von Jung und Alt und sind mittlerweile auch auf den großen Bühnen vertreten.

Zu guter Letzt durften auch die Disney Songs nicht zu kurz kommen: „Der König der Löwen“ war mit „The circle of life“ in einer besonderen Fassung vertreten. Im Hintergrund war Martin Luther King zu sehen und sein Leitspruch „I have a dream“ wurde immer wieder in den Song eingespielt. So ist „Circle of life“ auch ein sOng der Völkerverständigung auf der Welt. Dieser Aspekt wurde sehr eindrucksvoll gezeigt.

Ob man Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ als Rockmusical bezeichnen könnte…?! Nun, Jim Steinmans Titel sind durchaus in dieses Genre anzusiedeln. Der Ohrwurm „Totale Finsternis“ ist jedenfalls kaum noch bei den großen Musicalgalas wegzudenken. Nadine Schreier und Sascha Lien interpretierten Bonnie Tylers Titel in einer etwas veränderten Fassung und Lien gab stimmlich den „rockigen Grafen von Krolock“.

Als Abschluss der Show wurde diesmal ein Klassiker der Musicals verwendet „There´s no business like Showbusiness“ aus „Anne get your gun“ spiegelt nicht nur textlich das Motto des Abends wieder, sondern zeigt auch die Mentalität der gesamten Künstlerwelt. Egal, wie schlecht es einem geht: The show must go on und ohne das Showbusiness wäre unsere Welt um ein großes Stück ärmer!

Die vierköpfige Band sorgte während des gesamten Streifzugs durch die Musicalwelt für fantastischen Sound. Zeitweise übertönte die Musik die Solisten, dennoch bewiesen vor allem diese große Musikalität und Wandlungsfähigkeit. Die eindrucksvolle Lightshow sowie die akrobatischen Tänzerinnen und Tänzer rundeten das Bild perfekt ab.

Lassen Sie sich dieses Showspektakel nicht entgehen und erleben Sie „Musical rocks!“ Live.

Weitere Informationen unter: www.musical-rocks.de

Bericht: Franziska Maier

Fotos: Tommy MArdo

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)