Cinderella – das Popmusical

„Was wirklich zählt, sind gute Freunde …“

 cinderella

Märchen – alte, verstaubte Bücher und Geschichten aus längst vergangener Zeit, mit denen man (z.B. durch Computerspiele) Kinder kaum mehr begeistern kann. Das Gegenteil beweist „Cinderella – das Popmusical“, das derzeit in vielen Städten Deutschlands zu sehen ist. Der Geschichte wurden mit Pop- und Rapsongs, Balladen sowie vielen kleinen Gags (z.B. ein „Zauberstab – Navi“ oder einer „Befreiungsaktion aller James Bond“) und modernen, witzigen Texten eine „verjüngende Frischzellenkur“ verpasst, ohne jedoch den Kern der Geschichte zu verändern : Ein Mädchen, das sich gegen die Anfeindungen von der bösen Stiefmutter und ebenso gemeinen, hinterlistigen Stiefschwestern wehren muss. Hinzu gekommen zur ursprünglichen Geschichte sind „Cinderella ´s Freunde“ : Der Hund „Jallo“, die Taube „Ruckediguro“, der Igel „Freddy“, die Maus „Piwi“ sowie das Stinktier „Stinky“. Gemeinsam müssen sie viele Abenteuer bestehen und so beweisen, dass sie nur als Freunde, die zusammen halten, die „Tücken des Lebens“ bewältigen können. In der Rolle der „Cinderella“ ist Hanna Kastner zu sehen. Die junge Österreicherin verleiht ihrer Figur zum einen sehr kämpferische Züge, die eines Mädchens, das trotz aller Pein, die ihr zugefügt werden, nie aufgibt. Zum anderen nimmt man ihr die Liebe, die sie für Prinz Fabian empfindet, sofort ab. Gesanglich eine absolut gute Leistung, schauspielerisch vielleicht bei traurigen Szenen (mit den Augen einer Erwachsenen betrachtet) manchmal ein bisschen zu lieb. Ebenfalls zum Ensemble gehört Oliver Arno, der im Stück so wie einige seiner Kollegen, in einer Doppelrolle zu sehen ist. Als äußerst schüchternes Stinktier „Stinky“, das bei Jubelausbrüchen seinem Namen alle Ehre macht, avanciert der Darsteller schnell zum Publikumsliebling und sorgt für die meisten Lacher. Einen völlig anderen Rollencharakter präsentiert er als „Prinz Fabian“, der auf einem Ball eine Brautschau a la „DKSDSB“ („Der König sucht die Superbraut“) absolvieren soll, um seine zukünftige Frau zu finden. Es ist kaum verwunderlich, dass „Cinderella“ (und u. U. das ein oder andere Mädchen im Publikum) dem „Zauber“ eines so charmanten, galanten und attraktiven jungen Prinzen sehr schnell verfällt. Der Wechsel zwischen diesen beiden Rollen gelingt Oliver Arno eindrucksvoll, mühelos und absolut glaubhaft, man sieht und hört ihm den Spaß, den er dabei hat, buchstäblich an. Ein weiteres „Highlight“ ist Sandra Gehrmann in der Rolle der Maus „Piwi“. Immer an Cinderella`s Seite, um diese zu beschützen und ihr zu helfen, gerät sie einmal selbst in eine (scheinbar) ausweglose Lage, als die Stiefschwestern sie einfangen und einsperren. Mit ihrem verzweifelten Song „Was ist mit mir geschehen ?“ fesselt sie das (junge) Publikum, so dass es „mucksmäuschenstill“ im Saal ist. Das ganze

 

Ensemble meistert ihre Rollen mit Bravour, sie ziehen die Kinder von Anfang bis Ende in ihren Bann. Diese Wirkung wird auch durch die Tatsache erzielt, dass ein wichtiger Bestandteil des Stücks, die Einbeziehung der Kinder ist, sei es durch zu- bzw. hineinrufen, mitklatschen aber auch aktives Mitwirken auf der Bühne (einiger ausgewählter Kinder) bei der Hochzeit von Cinderella. Da stört es kaum, dass die technische Ausstattung (Licht – und Soundeffekte) sowie die Bühnenbilder eher „spartanisch“ vorhanden ist, auch Kostüme sind eher schlicht. Im Anschluss an jede Show ist Gelegenheit, von einigen Darstellern Unterschriften und Fotos zu bekommen. „Cinderella – das Popmusical“ bietet erstklassige Unterhaltung für die ganze Familie und verdient durch die künstlerische Gestaltung, aber auch durch das Konzept „Theater zum Anfassen“, das Prädikat „pädagogisch besonders wertvoll“.

  

Bericht : Andrea Grund

 Foto: On Air Family

 

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Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)