Youkali

„Youkali – Der Weg ins Paradies“

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Lassen Sie sich in eine Welt voller Musik und Phantasie entführen und werden sie Gast im Hotel „Youkali“…

 

Passend zum Jahresende startet am 04.11.2011 die zweite große Eigenproduktion der Spielsaison 2011/12 des Friedrichsbau Varietés. „Youkali“ – ein Hotel der 20er Jahre, ist Schauplatz des Geschehens. Allerlei neue Gäste ziehen in das Hotel ein, welches von „Gräfin Niessnerova“ (Evi Niessner) geleitet wird. An ihrer Seite ist Mr. Leu nicht wegzudenken, so unterstützt er die „Gräfin“ musikalisch am Klavier oder auch gesanglich. Die bunte Mischung der Gäste macht das Hotel erst lebendig, so geben sich Stammgäste die Ehre, die Hotelangestellten erhalten eine Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen und zufällig hereingeschneite Touristen verfallen ebenso dem Charme des Hotels.

Was wie ein Hollywoodfilm der Goldenen Zwanziger klingt, ist letztendlich ein hervorragend durchdachtes Showkonzept. Regisseur Ralph Sun ist eine Mischung aus Theater, Musical und Artistik der Extraklasse gelungen, die er durch die Protagonisten eindrucksvoll umsetzen kann.

 

Besonders erwähnenswert sind an dieser Stelle Evi&das Tier, alias Evi Niessner und Mr. Leu, der als Music Comedy Host in diesem Stück fungiert. Die beiden sind längst keine Unbekannten mehr im Friedrichsbau Varieté. So brillierte Niessner bereits als „Edith Piaf“ im Stück „Excentrique“ oder in der Show „Miss Evi´s Company“. Sun schaffte es, einen wahren Glücksgriff zu tätigen, als er das Duo erneut für den Friedrichsbau und diese Show gewinnen konnte. So beeindruckt Evi Niessner mit ihrer variablen Stimme, welche alle Facetten der Musik umfasst – mal verrucht, soulig, klassisch oder perfekt harmonierend im Duett mit Mr. Leu. Auch ihre Bühnenkostüme sind atemberaubend und passend zur Zeit der Goldenen Zwanziger: Glitzer und Glamour pur!

 

Das Bühnenbild wurde ebenso passend zur Thematik gewählt. So taucht der Zuschauer in die Welt des Hotels „Youkali“ ein und befindet sich direkt in der Eingangshalle, welche auf der rechten Seite eine Bar und auf der linken einen Flügel enthält. In der Mitte sorgt die große Tür des Aufzugs dafür, dass die Gäste sowie die Gräfin ein- und ausgehen. Besonders erwähnenswert ist an dieser Stelle auch, dass die Eröffnungsszene einen direkt in die Vergangenheit entführt. Durch die abgehakten Bewegungen der Darsteller sowie passenden Lichteffekten, fühlt man sich als Zuschauer eines alten Stummfilms der 20er Jahre. Während der gesamten Show werden die Special Effects wohl dosiert und gut durchdacht präsentiert. Und auch das Ende der Show ist äußerst stimmungsvoll und beinahe weihnachtlich: Alle Gäste des Hotels verabschieden sich und ziehen wieder aus. Zurück bleiben die Gräfin, Mr. Leu, der am Klavier „Waltzing Matilda“ anstimmt sowie das Personal. Das Licht wird gedämmt und es beginnt, im Saal zu schneien.

 

Als Gäste des Hotels stehen wieder einmal nationale und internationale Künstler auf der Bühne, die es schaffen, das Publikum zum Staunen zu bringen. Da wären The Aerialistas, das Damensextett präsentiert Luftakrobatik und Tanz – mit ihren blonden Wasserwelle-Perücken und identischen Kostümen würde man sie ohne Weiteres als Schwestern bezeichnen können. Doch die sechs Damen aus dem amerikanischen Seattle beeindrucken nicht nur durch ihr Äußeres. Wenn sie synchron in ihren drei Luftringen turnen und das über den Köpfen der Zuschauer, dann sorgt das schon für Zwischenapplaus und große Augen.

„Butler Antoine“, der im wahren Leben Gilles le Leuch heißt, besticht durch eine souveräne Diabolo Jongalge, die er mit Charme und Präzision darbietet.

 

Rein unter dem Motto „vom Zimmermädchen zum Vamp“ steht Honey Lulus Showact – die gebürtige Italienerin ist Vertreterin der Burlesque und scheut sich auch nicht davor, sich auf der Bühne auszuziehen, jedoch künstlerisch und elegant. Für die männlichen Zuschauer natürlich eine Sternstunde, doch auch für das weibliche Publikum ein Anblick größter Ästhetik und Kunst.

 

Elena Borodina vom Moskauer Staatszirkus ist Anmut pur. Sie beweist, dass auch in zierlichen Frauen eine Stärke und Kraft zu finden ist, ohne dass man gleich einen Bodybuilder Körper vorweisen muss. In ihrer Equilibristik Shownummer vereint sie Dramatik und Eleganz. Mit einem weißen Tuch, welches durch die Kraft von Ventilatoren immer wieder in die Lüfte geweht wird, erhält ihre Darbietung etwas Elfenhaftes und Besonderes.

 

„Die Schöne und der Ganove“, bzw. Nik und Valentina, kennen sich bereits seit ihrer Schulzeit, seit 1995 sind die beiden auch privat ein Paar. Dass sie sich gegenseitig tiefes Vertrauen schenken, spiegelt sich auch in ihrer Hand-auf-Hand-Akrobatik wieder. Wenn Valentina, die bereits auch eine Solonummer in der Show hat und mit einem Mondäntanz mit Fächer die Zuschauer bezirzt, auf Niks Kopf einbeinig balanciert, stockt so manchem der Atem.

 

Zu den weiteren Gästen des Hotels gehören auch Jorden Moir, der als Laufjunge fungiert, sich allerdings dann auch als filigraner Jongleur präsentiert. Außerdem taucht noch Michael Clifton im Hotel „Youkali“ auf, mit seinen Sexy-Body-Drums, hat er immer den richtigen Rhythmus parat und sorgt auch für Lacher, da seine „Körperschlaginstrumente“ an doch sehr eigenwilligen Körperteilen befestigt sind…

 

Abgerundet wird die Show durch das wieder einmal phantastische Friedrichsbau Varieté Orchester.

Wer nun denkt, „Youkali“ sei ein Theaterstück mit langen Sprechpassagen, dem sei gesagt, dass er als Gast des Hotels fehl am Platze ist. Jeder Zuschauer, der sich in das Hotel wagt, wird merken, dass „Youkali“ einem zeigt, dass es egal ist, wie man aussieht oder was man kann. Jeder Mensch ist einzigartig und hat ein Talent, das entweder noch unter der Fassade schlummert und entdeckt werden möchte oder bereits bekannt ist und weiterentwickelt werden sollte. Das Hotel aus dieser früheren Zeit ist genau der richtige Platz, um diese Träume und Talente zu verwirklichen. Nicht umsonst sagt Evi Niessner passend am Ende: „Wir sehen uns bestimmt wieder – morgen oder übermorgen. Sie sind immer Willkommen im Hotel Youkali!“

Und genau so fühlt man sich auch, wenn man den Saal verlässt – man war ein willkommener Gast dieses Hotels, man erlebte eine Zeitreise an einen Ort der Musik und Phantasie – und man kehrt gerne wieder an diesen Platz zurück!

Besuchen Sie doch auch einmal die Gräfin im Hotel „Youkali“ und erleben Sie den „Weg ins Paradies“.

 

Weitere Infos finden Sie unter:

www.friedrichsbau.de

Bericht: Franziska Maier

Foto: Markus Moll

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)