Interview mit Andreas Lichtenberger

Interview mit Andreas Lichtenberger

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1. Andreas, wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Roland Haug und dem Kreisjugendorchester Ludwigsburg?

Die konzertreihe kenne ich schon länger und habe auch schon cd´s davon gehört. Für das letztjährige konzert rief mich dann kevin an, den ich seit 42nd street kenne und fragte ob ich lust hätte mitzumachen und ich war gleich dabei. Die vorbereitungen mit roland liefen auch super, nur leider musste ich dann kurz davor mit einer kehlkopfentzündung absagen und war sehr froh, dass mit kaspar ein ganz toller kollege eingesprungen ist.

2. Dem schwäbischen Publikum bist du noch gut bekannt durch deine Rollen in „42nd Street“ sowie „Mamma Mia“. Aktuell jedoch lebst und arbeitest du in Wien. Vermisst du manchmal deine „frühere Arbeitsstätte“ und was hat dir besonders an Stuttgart gefallen?

Ich habe ja bereits 1993 in stuttgart meine schauspielausbildung begonnen und durfte dann insgesamt gut 14 jahre in dieser stadt leben und wirken, habe dort viele tolle erlebnisse gehabt und wunderbare menschen kennen lernen dürfen und bis heute einige kontakte. Stuttgart zeichnet sich durch seine vielen gesichter aus. Eine großstadt vom angebot, eine heimstadt von der atmosphäre her. Von mediterranem sommer bis weihnachtsmarktseeligem winter bieten sie unheimlich viel.

3. Noch einmal zurück zur Gala des KJO – war es für dich eine Umstellung, mit einem Blasorchester, das vorwiegend aus Jugendlichen besteht, zu arbeiten und wo genau liegen deiner Meinung nach die gravierendsten Unterschiede zu einem herkömmlichen Orchester?

Das blasorchester hat seinen ganz eigenen sound und swing und stellt für mich herausforderung und bereicherung in gleichem maße dar. Außerdem macht es immer freude mit jugendlichen zu arbeiten, die den gegenentwurf zur nullbockgeneration darstellen. Die proben und spielen mit vollem einsatz und großer hingabe, machen sich ihr hobby für dieses konzert regelrecht zur mission und daraus ensteht eine energie von der alle nur profitieren.

4. Am 05. Und 06. Mai trittst du gemeinsam mit deinen Kollegen Kevin Tarte und Uli Scherbel auf. Ein reines Männertrio – wieso ist bei dieser Gala kein weibliches Wesen anwesend, welches euch gesanglich unterstützt?

Tja, da müsst ihr roland fragen ;-D

5. Auf welche Titel von dir dürfen wir uns denn freuen?

Abgesehen von herrlichen duetten und terzetten mit kevin und ulli werde ich aus meinem lieblingsmusical  „la mancha“ , aus iwnniny und joseph und songs von bryan adams, kurt weil und anderen singen. Lasst euch überraschen!

6. Wie oft konntest du im Vorfeld mit dem Orchester und deinen Kollegen proben?

roland bereitet das alles unheimlich gut vor, schickt noten, arrangements und aufnahmen durch´s netz und dann bleibt uns eigentlich nur der Freitag um dem ganzen den nötigen schliff zu verleihen.

7. Stellt für dich eine derartige Gala eine größere Herausforderung dar als das allabendliche Spielen einer Rolle in einer Musicalproduktion?

Das lässt sich doch gar nicht vergleichen. 800 mal mamma mia, 400 mal iwnniny oder ähnliches, da kann sich schonmal der eine oder andere bock einschleichen ohne dass es allzu peinlich wird, aber bei einer gala wie hier gibt es keine neue chance. Du bringst es oder du verkackst es, und zu beidem musst du stehen!

8. Aktuell bist du in der Wiener Fassung von „Ich war noch niemals in New York“ zu sehen. Hast du auch die Stuttgarter  sowie Hamburger Fassung gesehen und falls ja, wie unterscheiden sich die Stücke je nach Region?

Hamburg hab ich tatsächlich ein paar mal gesehen und als das stück nach wien kam haben wir nochmal einige veränderungen vorgenommen. Neue arrangements und tanznummern, neue texte und temperaturen in den szenen. Wir durften uns nochmal richtig einbringen und mitgestalten. Die stuttgarter fassung soll sich sehr an der wiener orientieren, allerdings habe ich sie noch nicht gesehen und allein schon die ungleich größere bühne in stuttgart stellt ja eine ganz eigene herausforderung dar.

9. Wie wurdest du als „Nicht-Wiener“ vom Wiener Publikum aufgenommen? Sind die Menschen dort „Zugereisten“ sehr offen gegenüber?

Ein kollege sagte mir bevor ich nach wien reiste: „genieße es, wenn sie dich lieben, und wunder dich nicht wenn es am nächsten tag vorbei ist.“ Musical wird in wien schon anders wahrgenommen als in deutschland und die leute interesieren sich auch für die menschen dahinter, aber es ist nicht so extrem, dass amn um sein privatleben fürchten muss und wenn man in der nächsten produktion nicht mehr dabei ist, dann hat es sich auch erstmal erledigt J

10. Im Laufe deiner Karriere wirktest du auch in Fernsehproduktionen mit. Möchtest du zukünftig auch wieder einmal in dieser Richtung tätig sein?

Eine woche nach diesen konzerten werde ich tatsächlich mal wieder vor der kamera stehen und für die soko donau drehen und würde dies auch gerne in zukunft wieder, aber das lästt sich schlecht planen.

11. Gibt es noch Rollen, die du unbedingt einmal verkörpern möchtest und falls ja, welche?

Javert muss irgendwann sein und auch sweeny todd wünsche ich mir sehr, mal sehen was die zukunft bringt.

12. Worauf dürfen sich deine Fans 2012 noch alles freuen?

Im sommer spiele ich in tecklenburg die edna in Hairspray und dann probe ich an der volksoper in wien, wo ich am 27.10. premiere mit kiss me kate haben werde.

Bericht: Franziska Maier

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)