Interview mit Eva Padberg

„Ich mag auf den Laufstegen auch gerne normale Models sehen!“

Wenn ich nicht gewusst hätte, daß ich Eva Padberg zum Interview erwarten würde, hätte ich sie gar nicht erkannt als sie im Pressebereich der Fashion&Music saß und an ihrem Wasser nippte. Keine besonders auffällige Kleidung, keine Highheels, keine Sonnenbrille, sondern eine ganz natürliche und freundliche Frau strahlte mir entgegen.

Eva Padberg konnten wir ja zuletzt nicht nur als Model bewundern, sie bekam auch eine eigene Fernsehserie `Das perfekte Model´ und suchte dort unter tausenden schöner Frauen eine neue Kollegin.

MELA: Wann dürfen wir uns denn auf eine neue Staffel freuen?

EVA: „Es wird keine zweite geben. Wir haben unser Model gefunden und sind nun fertig mit der Suche.“

MELA: Dann kannst du dich ja jetzt umso mehr mit deiner Musik beschäftigen.

EVA: „Ja, ich habe ein Musikprojekt mit meinen Mann zusammen fast 10 Jahren und in diesem Jahr haben wir unser drittes Album rausgebracht.“

MELA: Was genau ist deine Aufgabe in dem Projekt?

EVA: „Da singe ich… also sagen wir mal so, ich mache die Vocals. Das heißt nicht immer singen, sondern auch mal reden. Wir machen elektronische Musik. Das ist sehr nischenlastig und nicht für jeden was und wird auch nicht bei jedem Radiosender gespielt. Wie haben mit den letzten Alben viel in Clubs gespielt. Beim neuen treten wir nicht mehr zusammen auf. Aber wir arbeiten bereits im Studio am nächsten Album.“

MELA: Warum möchtet ihr denn nicht mehr zusammen auftreten?

EVA: „Als wir angefangen haben war mein Name noch nicht so geläufig. Da war es etwas einfacher. Dann fingen die Veranstalter aber an uns nicht mehr wegen der Musik zu buchen, sondern weil sie einen Stargast im Club haben wollten. Das kann man natürlich auch machen und so sein Geld verdienen, aber uns ist es wirklich wichtig, daß man uns von der musikalischen Seite sieht. Mein Mann ist fast jedes Wochenende unterwegs in den Clubs und wenn es sich ergibt bin ich dann auch schon mal mit dabei. Aber das ist dann eher spontan. Da fühle ich mich auch etwas freier. Es ist blöd für mich wenn ich das Gefühl habe die ganze Zeit fotografiert zu werden, mir aber keiner zuhört. Jetzt kann ich das besser genießen.“

MELA: Ist es dir unangenehm erkannt zu werden?

EVA: „Wenn ich einkaufen gehe oder so rechnen die Leute einfach nicht mit mir und das ist gut. Manchmal hört man auch wie das Getuschel losgeht. Meistens sind es junge Mädchen die mich erkennen. Die sind aber immer ganz süß und ganz aufgeregt und fragen nach einem Autogramm. Das ist absolut okay für mich. Ich muss mich da aber auch immer gleich entschuldigen, denn ich habe nie Autogrammkarten dabei. Es ist für mich halt immer noch ungewohnt.“

MELA: Daß Models viel zu schlank sind und für diese Mädchen ein schlechtes Bespiel sein sollen, wird ja immer wieder thematisiert. Wie stehst du zu diesem Thema?

EVA: „Ich finde es schade, daß Models so vereinheitlicht werden, aber die Branche hat sich ja sehr festgebissen an dieser einen Kleidergröße. Wenn man sich zum Beispiel eine Show von Jean Paul Gaultier ansieht entdeckt man dort immer Models, die auch Kurven haben bis hin zu Plus-Size-Models. Das ist immer toll und ich denke, da sind die Zuschauer auch dankbar. Da kann man Luft holen weil man endlich etwas ganz normales sieht.“

Interview: Melanie Hauptmanns

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)