Interview mit Familie Reimann

Interviewfragen Familie Reimann

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Wann kam Ihnen zum ersten Mal der Gedanke, dass Sie Deutschland verlassen möchten und gab es einen speziellen Anlass für Ihre Auswanderung?

Bei unserem ersten Aufenthalt in den USA an Pfingsten 2002 kam uns erstmals der Gedanke auszuwandern. Wir wurden von einem Freund von Konny eingeladen, ihn in Texas zu besuchen. Schon am 2.Tag war uns klar, dass DAS unser Land ist.

Viele, die mit dem Gedanken spielen auszuwandern, wissen gar nicht, was auf sie alles zukommt. Welche Tipps würden Sie potentiellen Auswanderern geben, damit diese nicht erst zu spät merken, dass die Entscheidung falsch war?

Wir moechten eigentlich gerne Abstand davon nehmen, Tips an Auswanderer zu geben.

 

3 Dinge aber kurz, die wichtig sind, egal wohin man auswandern moechte:

 

Man sollte die Sprache sprechen / Man sollte genuegend Geld zur Verfuegung haben / Man sollte das Land schon vorher bereist haben

Sie wurden von Anfang an vom TV Sender RTL begleitet – wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

 

Eine in den USA lebende deutsche Buchautorin wurde von RTL angefragt, ob sie Leute kennen wuerde, die vorhaben, in naechster Zeit auszuwandern. Da ich (Manuela) zu dieser Zeit in einem Forum war, um mich ueber viele Dinge in den USA zu informieren in der auch diese Buchautorin (selbst Auswanderin) war, wurde ich von ihr angeschrieben. Sie wusste durch viele meiner Texte dort ueber unsere geplante Auswanderung. Ich habe mich dann mit RTL in Verbindung gesetzt. Und zwei Tage spaeter saß das Filmteam mit uns im Flieger nach Dallas, Texas.

Sicherlich haben Sie einige Vorteile durch die Medienpräsenz. Doch würden Sie auch sagen, dass die Kooperation mit dem TV Ihnen auch Nachteile einbrachte?

 

Nachteile kann man das nicht nennen… es ist evtl. aergerlich, da,s viele Leute einfach zu uns ans Grundstueck kommen, um uns besuchen zu wollen und ungefragt Fotos und Videoaufnahmen von unserem Grundstueck und von uns zu machen. Wir haben einfach keine Zeit dafuer.

Fast jeder Fernsehzuschauer kennt die Familie Reimann – erhalten Sie auch manchmal Mails, in denen die Menschen Sie beinahe wie ihre besten Freunde ansehen und ansprechen und falls ja, wie reagieren Sie darauf?

Wir bekommen sehr viele Emails in dieser Richtung. Da wir eine Familie wie jede andere sind, koennten wir z.B. die Nachbarn oder die Freunde dieser Leute sein. Man identifiziert sich mit uns, und durch das Fernsehen kommt dann einfach das Gefuehl auf, dass man sich kennt. Wir versuchen so viele Emails wie moeglich zu beantworten, schaffen jedoch oftmals nicht alle.

Ihr Weg war nicht immer leicht und gestaltete sich auch manchmal als äußerst steinig. Dachten Sie jemals daran, wieder nach Deutschland zurückzukehren?

Nein, wir dachten keine Sekunde daran, wieder zurueckzukehren. Weder Konny, ich noch Janina und Jason.

Das Einleben in einem fremden Land ist auch nicht gerade einfach. Wer von Ihrer Familie hatte die wenigsten und wer die meisten Schwierigkeiten damit, sich in den USA zurechtzufinden, bzw. die Sprache gleich gut zu beherrschen?

 

Jeder fuer sich hatte so seine Schwierigkeiten. Konny und ich haengen mit der Sprache etwas hinterher gegenueber Janina und Jason. Je juenger man ist, um so einfacher ist es, einfach eine Sprache zu lernen. Jeder von uns hatte kleine sprachliche Fettnaepfchen J.

 

Haben Sie das Gefühl, dass die Amerikaner Auswanderer gerne aufnehmen oder spürten auch Sie eine gewisse Vorsicht oder sogar Feindseligkeit?

 

Wir haben uns noch kein einziges Mal als nicht willkommen gefuehlt. Im Gegenteil, da die Amerikaner eine sehr grosse Beziehung zu Deutschland haben (ob nun die Grosseltern selbst ausgewandert sind, der Vater in Deutschland stationiert war, oder einfach mal ein Aufenthalt in Deutschland stattgefunden hat oder in Planung ist), ist man stets willkommen und hat sofort ein erstes Gespraechsthema.

Durch Ihre Gästehäuser haben Sie sich eine ganz eigene Welt sowie Lebensexistenz aufgebaut:

War es für Sie bedeutend, die Häuser selbst zu bauen (mit einer großen Profi-Firma wäre der Bau beispielsweise sehr viel schneller vonstatten gegangen)?

Wer sein Haus selbst baut, weiss, dass es von guter Qualitaet ist! Ein Haus von einer Firma bauen zu lassen, komnmt fuer uns nicht in Frage.

Kommen Ihre Gäste vorwiegend aus Deutschland?

Unsere Gaeste kommen zu 95% aus Deutschland, die restlichen 5% sind Schweizer und Oesterreicher

Stellen Sie fest, dass Ihre Gäste doch auch von einer gewissen Neugier getrieben werden und zu Ihnen kommen, da sie Sie aus dem Fernsehen kennen und einfach einmal live erleben möchten?

Natuerlich moechten unsere Gaeste uns auch ganz einfach mal kennenlernen. Die einen mehr, die anderen weniger.

Planen Sie, noch weitere Häuser zu bauen und falls ja, wo liegt Ihre Grenze? (evtl. bei einem „Reimann-Holiday-Park“?)

Fuer die nahe Zukunft haben wir so etwas wie einen „Konny-Island“ Ferienpark geplant. Wir moechten unikate Ferienhaeuschen anbieten. Z.B. haben wir vor, unter Anderem ein Flugzeug und einen Schulbus in Ferienhaeuser umzubauen. Stellplaetze fuer ein paar Wohnmobile werden wir auch mit anbieten. Auch Biker sind dann bei uns sehr willkommen und koennen auch kurzfristig bei uns buchen.

Konny hat ein Buch auf den Markt gebracht, welches er auch bei Lesungen vorstellt. Können Sie unseren Lesern in Kürze erklären, worin es in dem Buch geht und was einen bei einer Lesung alles erwartet?

Das Buch „…aber das ist eine andere Geschichte“ handelt von Geschichten aus Konnys Leben. Authentisch geschrieben.

Waehrend der Buchlesungen wird Konny nicht aus seinem Buch vorlesen, sondern vor allem Geschichten erzaehlen, auch solche, die nicht im Buch stehen. Alle vier Reimanns werden im November auf der Buch-Tour anwesend sein, und wir werden gemeinsam kreuz und quer in Deutschland unterwegs sein.

  

Sie haben sich noch einmal in Las Vegas das Ja-Wort gegeben – gab es dafür bestimmte Gründe, die Sie uns nennen können?

Wir haben uns nach 6 Jahren Ehe nocheinmal das „Ja‘ Wort gegeben. Der Grund ist einfach: weil wir uns nach wie vor lieben.

Wie oft reisen Sie denn noch in Ihre ehemalige Heimat Deutschland? Haben Sie noch Verwandtschaft/Freunde dort?

 

Konny reist ca. 4x im Jahr nach Deutschland aus geschaeftlichen Gruenden. Die ganze Familie fliegt im November zum zweiten Mal seit unserer Auswanderung gemeinsam. Wir haben alle noch Freunde und Verwandte dort und versuchen dann auch so viele wie moeglich zu sehen.

 

Was würden Sie persönlich mittlerweile als „Heimat“ bezeichnen: Deutschland oder die USA und weshalb?

Unsere Heimat ist nach wie vor Hamburg, unser Zuhause ist Gainesville.

Wie verbringen die Reimanns Ihre doch recht knapp bemessene Freizeit?

Z.B. mit Bootsfahrten oder auch dem ein oder anderen Ausflug, Besuchen bei Freunden und BBQ’s.

 2009 hatten wir auch 6 Tage Familienurlaub und sind in die suedlichste Spitze von Texas gefahren – nach South Padre Island.

 

Im TV kommen die einzelnen Familienmitglieder doch sehr unterschiedlich, aber authentisch herüber – Konny, der arbeitswütige, aber liebenswürdige Chaot usw. Entspricht die Darstellung absolut Ihrem wahren Charakter oder wird doch manches extra für´s TV gestellt?

 

Es wird nichts fuer das Fernsehen gestellt. Wir bekommen weder Texte vorgelegt, noch gesagt, was wir tun sollen. Wir sind einfach so, wie wir sind… im Fernsehen genauso wie im wirklichen Leben.

 

Wie können wir uns die Dreharbeiten zu einer neuen Folge mit der Familie Reimann vorstellen – hält die Kamera einfach bei allen Situationen drauf oder werden Szenen abgesprochen, bzw. extra produziert?

Die Kamera ist einfach bei Alltag-Situation anwesend. Wenn Fragen vor laufender Kamera gestellt werden, antworten wir spontan, ohne dass irgendetwas abgesprochen wurde. Warum auch?

Wenn Sie ein Resumée ziehen würden über die vergangenen Jahre, begonnen ab dem Zeitpunkt Ihrer Auswanderung, was können Sie rückblickend über diese Zeit sagen (wie haben Sie die letzten Jahre empfunden)?

Die letzten 5 Jahre waren wie Berg- und Talfahrten. Wir haben viel geschafft. Angefangen mit der Auwanderung mit nur ein paar Koffern und keinem Haus und keinem Job bis hin zur Erschaffung eines kleinen Ferienparadieses.

Nach einem Rückblick folgt der Blick in die Zukunft: Dürfen sich die TV-Zuschauer auch weiterhin über Neuigkeiten aus dem Hause Reimann freuen oder haben Sie vor, sich irgendwann doch wieder völlig aus dem Fernsehbereich zurückzuziehen?

Ein Zurueckziehen von unserer Seite ist nicht geplant. Das Filmteam kommt drei bis viermal im Jahr fuer jeweils 1 Woche, und das ist fuer uns voellig ok. Es wird also weiterhin Neues von den Reimanns aus Texas geben.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus (in beruflicher Hinsicht) – gibt es noch Ziele, Träume etc., die Sie unbedingt realisieren möchten?

Konny moechte gerne seine Kaelte-und Klimafirma aufbauen, sobald Haus Hamburg fertig gebaut ist. Ich (Manu) moechte gerne mehr im Bereich Webdesign machen, welches ich zur Zeit im College studiere, und mich mehr um meine Kindermode fuer meinen Online-shop kuemmern. Janina und Jason werden noch ein paar Jahre zum College gehen.

Wir freuen uns alle schon darauf, in unser neues Haus „Haus Hamburg“ einzuziehen. Und fuer danach faellt uns garantiert wieder etwas Neues ein….

 

Text: Franziska Maier

Foto zur Verfügung gestellt von Familie Reimann

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)