Interview mit Fawn Arnold

Interview mit Fawn Arnold

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1. Fawn, war es von klein auf dein Wunsch, Sängerin zu werden oder hattest du ursprünglich einmal völlig andere Berufswünsche?

F.A: Eigentlich war es von klein auf mein Wunsch, Sängerin, bzw. Tänzerin zu werden. So stellte ich  stets meine ganzen Plüschtiere und Barbies passend in meinem Zimmer hin, dass sie ein Publikum bildeten und dann sang ich ihnen vor und tanzte in meinem Zimmer umher.

2. Warst du während deiner Schulzeit auch Mitglied in einem Chor oder einer Theatergruppe?

F.A: Das amerikanische Schulsystem ist anders als das in Deutschland. Man kann bereits in der Grundschule diese Sonderaktivitäten wählen, das heiß, sich sportlich, schauspielerisch, gesanglich oder auch tänzerisch betätigen. Ich hatte wirklich Glück, dass meine Highschool in Texas ein großes Budget hatte und sehr vom Staat unterstützt wurde. In meiner Schule war ich Mitglied des „Dance Teams“, der Schauspielgruppe und natürlich des Chors. Die Sommerferien sind in Amerika immer sehr lang, nämlich drei Monate und dafür haben wir keine Herbstferien etc. und genau in dieser Zeit wurde ich immer in einem Sommercamp engagiert, dort haben wir ein richtig professionelles Musical gelernt und einstudiert. Nur mit dem Unterschied, dass es sich ausschließlich um Kinder handelte – also jede Rolle wurde mit Kindern besetzt. Dort konnten wir umsonst leben und essen – das waren also meine ersten professionellen Engagements. Man sieht, dass diese Leidenschaft sehr früh bei mir anfing.

Meine Eltern sind auch beide Musiker, doch sie haben mich gezielt nicht in diese Richtung gepusht. Manchmal bin ich  etwas traurig darüber, da ich nur schlecht Instrumente spielen kann. Alles lief eher auf freiwilliger Basis und nicht unter Druck. Sie haben mir nichts verboten, aber sie dachten, dass ihr Einfluss an sich genügt und nicht, dass ich auch einen gewissen Druck benötigen würde, um beispielsweise ein Instrument perfekt zu lernen. Meine Schwester hat sich mehr für das Schauspiel interessiert und ging in diese Richtung, während ich mich für den Tanzbereich entschied.

3. Du hast einmal über deine ältere Schwester Nina gesagt, dass sie „deine Inspiration“ sei – wie können wir das verstehen?

F.A: Meine Schwester ist 6 Jahre älter und da meine Eltern abends auch sehr oft außer Haus waren, passte sie vorwiegend auf mich auf. Wir lernten auch sehr schlecht andere Kinder kennen, da meine Eltern auch häufig unterwegs waren. Sozial gesehen war das natürlich schlecht und wir litten auch früher darunter. Wir hatten eigentlich nur uns und wenn meine Mutter mir früher z.B. sagte, ich solle mein Zimmer aufräumen, dann sah ich erst meine Schwester an und wenn sie nickte, tat ich es auch. Meine Schwester war so eine wichtige Bezugsperson. Außerdem führten wir viele Rollenspiele durch und lebten oft in unserer eigenen Welt, selbst wenn wir unterbrochen wurden, verließen wir nie die Rolle und reagierten dann entsprechend. Manchmal waren wir einen ganzen Tag lang in einer Rolle. Teilweise spielten wir Waisenkinder, Jungen, Mädchen, Cowboy und Indianer und vieles mehr. Das war für mich die beste Übung für die Bühnenwelt. Man kann auch hier bei einer Panne nicht einfach abbrechen und sagen, ich bin jetzt wieder ich – man muss ständig die Rolle beibehalten und einfach spielen. Es bringt mich auf der Bühne wirklich nichts aus der Fassung. Und ich merke es auch bei meinen Kollegen, wer wirklich spielt und wer nicht.

4. Wie ist dein Kontakt heute zu deiner Schwester – sie lebt meines Wissens ja in San Francisco und ist dort erfolgreiche Comedy-Darstellerin und Leiterin eines Kinder Theaters.

F.A: Der Kontakt hat sich bei uns verändert. Irgendwann verließ meine Schwester unser Zuhause und ging auf die Uni – da war ich ca. 12 oder 13 – als ich dann auch auf die Universität ging, natürlich besuchte ich dieselbe auf der sie war, lebten wir zusammen und komischerweise ging das überhaupt nicht mehr. Die Rolle meiner Schwester hat sich in ihren Augen nicht geändert, aber in meinen und sie wollte mir immer noch Dinge vorschreiben und sagen, wo es langgeht und ich wollte aber eine eigene Persönlichkeit sein. Aber wir lieben einander und schätzen uns sehr, nur diese enge Bindung ist nicht mehr so stark wie früher.

5. Du studiertest an der Midwestern State University und der University of North Texas – war das damalige Studium auch bereits im musikalischen Bereich oder hast du etwas anderes dort studiert?

F.A: Die Midwestern State University war in meiner Heimat – meine Eltern ließen sich scheiden und meine Mutter lebte alleine dort und somit wollte ich sie nicht verlassen und blieb erstmal noch bei ihr, um sie zu unterstützen. Dort studierte ich Schauspiel, obwohl ich eigentlich Tanz studieren wollte, doch das war nicht möglich. In meinem 2. Jahr wechselte ich dann an die University of North Texas und studierte dann Tanz.

6. Was bringt eine gebürtige Amerikanerin dazu, die große weite Welt zu verlassen und nach Deutschland zu ziehen?

F.A: Von der Universität aus gab es ein Casting für eine Tanzgruppe, eine Girl-Group, im Stil der Spice Girls, doch da gab es diese noch gar nicht. Diese Gruppe wurde für eine Tour durch Deutschland, Schweiz und Österreich zusammengestellt – unter anderem waren wir auch die Vorgruppe von DJ Bobo und Captain Hollywood. Die Idee war damals nicht nur eine Girl-Group zusammenzustellen, die sexy aussieht, sondern die auch Instrumente spielt. Die Tour war auf 9 Monate angesetzt, doch nach 7 Monaten ist unser Manager abgehauen, dennoch konnten wir unsere Verträge auch ohne ihn erfüllen. Eigentlich haben wir uns untereinander nicht ausstehen können, wir wurden auch unterschiedlich bezahlt, was natürlich eine sehr unfaire Angelegenheit ist. Komischerweise haben wir uns am Ende jedoch mehr gemocht, aus der Not heraus wahrscheinlich. Und in dieser Zeit habe ich mich auch verliebt und somit wollte ich Deutschland natürlich nicht gleich wieder verlassen. Ich bewarb mich in Hamburg und landete in „Schmidts Tivoli“ – dort war ich 6 Jahre lang und lernte auch Deutsch – aber wie. Erstmal war ich als Tänzerin dort engagiert, doch es spornte mich einfach an, die Sprache auch zu beherrschen. Natürlich wollte ich ebenso den Humor der Deutschen verstehen und die deutsche Sprache so gut wie möglich zu lernen, ohne mich dabei zu verlieren. Wenn man auf einer deutschen Theaterbühne steht, dann sollte man auch die Sprache im Herzen haben, sonst kann man nicht authentisch spielen.

7. Wie hast du die deutsche Sprache erlernt, durch Kurse oder einfach learning by doing?

F.A: Während meiner Girl-Group Zeit war ich in Rheine, die anderen teilweise auch in Holland, was mit dem Visum irgendwie zusammenhing, damals gab es ja noch keine EU. Wir probten auch in Holland. Und während dieser Zeit gab es noch die Handelskette „Co-Op“ und die Frauen hinter der Käsetheke brachten mir Deutsch bei, da sie kein Englisch sprachen. So kam ich mit meinem Wörterbuch und sie gaben mir Nachhilfe und lehrten mich deutsche Wörter, wie „Scheibe, Stück, Käse“ usw. Tags darauf beherrschte ich schon diese Wörter. So kenne ich zwar die Wörter, aber ich sehe sie in meinem Kopf leider anders als man sie tatsächlich schreibt. Wenn ich ein geschriebenes deutsches Wort sehe, dann frage ich mich oft noch: Was ist das?! Doch mittlerweile lese ich auch sehr viel, dennoch ist und bleibt die deutsche Grammatik für mich schwer – die vielen Kommas, „dem oder der“ – so etwas muss ich auswendig lernen, wenn ich eine Rolle neu einstudiere.

8. Du warst bereits in vielen großen Musicalproduktionen zu sehen – wenn du dich zurück erinnerst, welche Show war für dich bisher die schönste, bei der du mitgemacht hast und weshalb?

F.A: Ohne Zweifel kann ich sagen, dass „MAMMA MIA“ meine schönste Zeit war, ich hätte dieses Musical  ewig spielen können. Von den Kollegen her, war es „Les Miserables“ in Duisburg und Bonn, was mir sehr viel Freude machte – es ist so ein reines Ensemblestück und der Zusammenhalt wächst ungemein. Ein Jahr lang war ich auch auf einem Schiff und da lernte ich sehr viel, vor allem auch, was ich noch nicht kann. Man lernt seine Grenzen besser kennen – auch bei „Tanz der Vampire“ war es so. 8mal in der Woche zu spielen ist heftig und man muss wirklich fit sein und auf sich aufpassen. Da war nichts mehr mit „ich gehe mal mit Freunden nach der Show weg“ – man braucht viel Disziplin. „Tanz der Vampire“ war für mich eine eher einsame Zeit, doch ich zog viel daraus, man lernt, was man tatsächlich für sich will. Wenn man unglücklich auf der Bühne steht, dann ist das auch für das Publikum ersichtlich und alles andere als schön. Es muss alles perfekt sein und stimmen!

9. Das Musical „Tanz der Vampire“ kehrte nach langer Zeit endlich wieder nach Stuttgart zurück – auch du hast in diesem Stück mitgewirkt in der Rolle der Magd „Magda“ – welche speziellen Ansprüche musstest du für diese Rolle erfüllen und wie kann man sich ein Casting allgemein vorstellen?

F.A: Meistens muss man zu einem sog. Open call – ich habe beispielsweise einen Agenten (schon aufgrund der Sprachkenntnisse ist dies hilfreich) und dieser arrangiert das alles für mich. Man gibt grundsätzlich an, ob man Sänger oder Tänzer ist. Zu Beginn muss man meist tanzen, außer z.B. bei „Les Miserables“, denn dies ist kein Tanzstück. Danach singt man vor und wenn die Jury einen gut findet, bekommt man Material, das man bis zum Recall lernen muss. Oft reicht es dann, nach diesem zweiten Vorsingen, dass man ins Ensemble kommt. Und der nächste Schritt ist dann, dass man an einem Workshop teilnimmt, der besonders für die Leute da ist, bei denen es um eine Hauptrolle geht. Oft ist da auch schon der Regisseur dabei, dieser testet, wie schnell man Regieanweisungen umsetzen kann – als Letztes wird einem dann mitgeteilt, ob man es geschafft hat oder nicht. Wenn man sich bereits etabliert hat, kann man erst zum Recall kommen.Das habe ich auch ein paar mal schon dürfen.

10. Welche Faszination geht deiner Meinung nach von dem Musical „Tanz der Vampire“ aus, so dass der Hype hier nie enden wird?

F.A: Der Mythos Vampir an sich – als ich klein war gab es den Film „Dracula“ und ich weiß noch, dass ich in ihn verliebt war und das als kleines Mädchen, obwohl man eigentlich Angst haben sollte. Ich fand es immer schade, dass er jemanden beißen musste um weiterzuleben. Das ist vergleichsweise so, als hätte man einen süßen Hund, aber der beißt andauernd. Vampire haben etwas Besonderes an sich, etwas Mysteriöses, das einen in seinen Bann zieht – sie sind charmant und erotisch und die Menschen sind fasziniert von ihnen. Auch die Vorstellung, dass man ewig leben kann, gerade in einer Welt, wo der Schönheitswahn dominiert, das Streben nach ewigem Leben ist präsent. Teilweise sind wir Menschen auch gierig und das hört nie auf. Vampire verkörpern all diese Sachen, die wir als Mensch sein möchten. Ein Vampir darf alles! Es war Wahnsinn, was es für Fans damals gab. Normalerweise möchten Kinder und Jugendliche nicht so gerne ins Theater gehen, doch schon alleine dieses Thema zieht sie an und es ist auch cool, man hat Special Effects und der Hype wird durch entsprechende Bücher und Kinofilme noch unterstützt.

11. Mittlerweile stehst du nicht nur auf der Bühne, sondern bist auch als Gesangslehrerin tätig. Wie können wir uns deine Arbeit als Gesangscoach vorstellen und welche Gebiete umfasst sie?

F.A: Meine jüngste Schülerin ist 9 und meine Älteste 59 – das zeigt schon mal, wie weit die Spannbreite ist, auf diesem Gebiet. Die Arbeit an sich hört nie auf – das ist wie bei einem Marathon – es heißt nicht, dass man nicht mehr trainieren muss, wenn man einmal einen Marathon gelaufen ist. Die Stimmbänder verändern sich wahnsinnig schnell. Wenn man alles richtig macht, hat man einen sehr schnellen Trainingseffekt. Wenn Schüler das erste Mal zu mir kommen, muss jeder seine Schuhe ausziehen und auf eine Matte liegen. Ich spreche mit ihnen, es läuft leise Musik, rege die Fantasie an, mache Entspannungsübungen – es geht darum, dass der kreative Fluss gesteigert wird. Die meisten sind extrem kritisch mit sich selbst und hier geht es auch um Streicheleinheiten und Motivation. Wenn dann die Grundeinstellung da ist, kommen wir zu den Übungen. Es gibt Einsingübungen für die Kopfstimme und Bruststimme, auch die Übergänge, die reibungslos sein sollen. Auch Atemübungen sind sehr wichtig, auch für das „Belting“ – man muss hierfür seinen Atem ändern. Und viele können dies heute gar nicht mehr, da die Menschen zu leise wurden. Das obere Zwerchfell stirbt langsam aus, in einem Zeitalter der SMS und des Computers. Stimmsatzübungen – singen ist für mich ähnlich wie die Sprechstimme. Man kann das Sprechen somit erweitern.

12. Sagst du einem Schüler auch ehrlich, wenn er oder sie überhaupt kein Talent hat, bzw. keine Chance, je in der Musikwelt unterzukommen?

F.A: Die Leute, die zu mir kommen, die möchten gar nicht groß rauskommen. Wichtig ist, dass die Leute hören können, ob sie falsch singen oder nicht. Die Stimme kann man trainieren. Doch die Kombination zwischen dem Ohr und dem Gehirn muss stimmen. Bisher musste ich nur einen Menschen wegschicken, doch dieser hörte nicht, dass er falsch singt. Wer hört, dass er die Töne nicht trifft, den kann man trainieren, doch in diesem Fall war es aussichtslos. Ehrlichkeit finde ich auf diesem Gebiet sehr wichtig.

13. Aktuell arbeitest du an deinem neuen Programm,  bzw. Musical-Dinner „Beiß mich!“ – worum geht es in dem Stück und was erwartet die Zuschauer?

F.A: Zuviel darf ich leider noch nicht preisgeben – doch wichtig ist, dass man dieses Programm nicht mit einem Musical vergleicht, es ist eher so, dass man es mit TV Serien, wie „True Blood“ oder „Vampire Diaries“ vergleichen kann. Die Vampire sind menschlich und unter uns. Das Publikum weiß auch nicht, wer neben einem sitzt. Ich habe viele verschiedene Songs ausgewählt, aus Musicals, Rocksongs, Pop und auch Schlager  – also verschiedene Stilrichtungen, die dann die Story untermalen. Es ist eher wie „Twilight- das Musical“! Unsere Vampire sind zwar sympathisch, aber auch sehr durstig – sie können auch zum Tier werden, wenn sie nicht rechtzeitig Blut bekommen. Die Gefahr ist umso größer, da die Vampire in dem Saal sozusagen eingesperrt sind und nicht rauskommen. Die Locations haben wir auch nach Ambiente ausgesucht, damit alles perfekt passt. Das Essen muss ebenso stimmen, damit unsere Zuschauer sich in den Pausen auch gut ernähren können. Eigentlich ist alles sehr einfach gehalten, aber dafür muss man seine Kreativität benutzen und meine ausgewählten Darsteller setzen alles perfekt um. Auch völlig ohne Effekte oder Kunstblut nimmt man unseren Vampiren ab, dass sie zum Tier werden – genau das üben wir auch gerade. Premiere ist an Halloween, am 31.10.2010 – Kostüme sind erwünscht! Damit die Stimmung auch passend ist!

14. Fawn privat – wie verbringst du deine Freizeit am liebsten?

F.A: Freizeit, was ist das?! Ich bin sehr gerne mit Freunden zusammen – ich liebe es, gemütlich mit meinen Freunden einen schönen Abend zu verbringen oder mit ihnen in den Weinbergen spazieren zu gehen. Mein Freund ist außerdem eher der Lagerfeuertyp, er möchte immer, dass ich mit ihm zelten gehe, was stets sehr problematisch ist, da ich eher der bequeme Typ bin, der gerne Luxus hat. Ich schaue auch sehr gerne „CSI Las Vegas“, das gehört auch zu meinen Vorlieben in der Freizeit. Abends habe ich meist soviel im Kopf, so dass ich nicht schlafen kann – doch dann lese ich gerne, besonders Stories rund um „Medical Detectives“. Sollte ich einmal nicht mehr auf einer Theater- oder Musicalbühne stehen können, dann werde ich selbst ein „Medical Detective“!

15. Stuttgart wurde zu deiner zweiten Heimat – weshalb hast du dich gerade für die Hauptstadt der Schwaben entschieden – viele zieht es ja nach Berlin, Hamburg und Co..?

F.A: Ich selbst stamme aus einem Land, das sehr viel Stolz und Patriotismus hat, was leider in Deutschland so nie zu finden ist. Natürlich hängt das auch mit dem 2. Weltkrieg noch zusammen. Ich selbst finde, dass die Deutschen ruhig mehr Nationalstolz zeigen könnten – und in Stuttgart wird dies in einem guten und richtigen Maße erreicht. Die Stuttgarter sind auf normale Art und Weise stolz auf ihre Stadt, ihr Land. Die Stadt an sich ist sauber, die Schulen sind gut – ich weiß nicht, ob das eine Schwäbische Eigenart ist, aber ich lebte z.B.  in großen Städten wie Hamburg etc., doch diese waren mir einfach wieder zu groß. Stuttgart ist genau richtig – es gibt ein großes kulturelles Angebot, welches auch gefördert wird. Es hat dennoch auch eine Kleinstadtmentalität, die Menschen achten aufeinander und das gefällt mir so – Stuttgart vereint alles, was man sich wünscht und darum fühle ich mich auch wohl hier.

16. Welche Zukunftswünsche hast du – möchtest du weiterhin auf der Bühne stehen oder eher einmal ins Fach hinter der Bühne wechseln?

F.A:  Meine Mutter ist jetzt 77 und sie tritt immer noch auf, zweimal die Woche in Las Vegas. Mein Vater ist 88 und er spielt immer noch Jazz in Texas. Er meinte mal, er bekomme immer noch Gigs, da alle anderen schon tot sind! Man muss einfach sehen, was gut für einen selber ist – meiner Mutter ging es beispielsweise nicht gut, als sie eine Weile nicht auf der Bühne stand. Wenn ich jedoch zu viel arbeite, dann ist dies auch nichts für mich. Es muss eine gesunde Balance entstehen, dann kann man diesen Beruf auch sehr lange machen. Es ist ja kein Job, bei dem man bis zur Rente hin arbeitet und dann in den Ruhestand geht. Später kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich hinter der Bühne arbeiten werde, Regie führen etc. – momentan bin ich ja schon wieder einen Schritt weiter und arbeite auch als Produzentin meiner eigenen Show. Wer weiß, was die Zukunft noch alles für mich bereithalten

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)