Interview mit Kevin Sorbo (Hercules)

Interview mit dem amerikanischen Schauspieler Kevin Sorbo

sorbo

 

1. Kevin Sorbo – Sie sind in Deutschland den TV Zuschauern vorwiegend durch Ihre bekannten Serien „Hercules“ und „Andromeda“ bekannt. War es denn von klein auf bereits Ihr Wunsch, Schauspieler zu werden oder gab es erst völlig andere berufliche Ziele?

 

Wollte immer schon Schauspieler werden …es gab keine Alternativen in meinem Leben. Hatte den Traum mit 11 Jahren und blieb dabei.

 

2. Waren Sie während Ihrer Schulzeit bereits Mitglied einer Theatergruppe und wurde Ihr schauspielerisches Talent bereits von Lehrern und Eltern gefördert?

 

Ich erzählte niemandem von meinen Ambitionen. Aus Furcht, mich vor Freunden lächerlich zu machen. Ich war ein Sport-Enthusiast, also waren die ‚Theaterkinder’ Schwachköpfe und Waschlappen…jedenfalls in unseren Augen. Fing erst im College an zu lernen.

 

3. Ein Werbespot für die Whisky-Marke „Jim Beam“ machte Sie der breiten Öffentlichkeit bekannt – wie kam es zu diesem Werbedreh – haben Sie sich gezielt dafür beworben?

 

Typischer Casting-Aufruf, wie sie das für alle Werbefilme machen, TV oder Spielfilme. Ich hatte Glück und bekam den Job. Drehte in Neuseeland, wo ich zwei Jahre später für 7 Jahre Hercules filmte!!!

 

4. Welche Reaktionen bekamen Sie auf den Spot und welche Projekte folgten daraufhin?

 

Die Reaktionen waren gewaltig, da der Werbespot rund um die Welt gesendet wurde. Ich bekam Fanpost! ! Wurde von Frauen aus aller Welt zu Verabredungen eingeladen. Zu lustig. Hat mir nicht mehr Arbeit verschafft. Ich war immer sehr in der Welt der Werbung beschäftigt. So bemerkte ich keinen großen Sprung in der Arbeit auf Grund des Jim Beam- Werbespots.

 

5. Sie studierten an der Minnesota State University Moorhead – gaben jedoch das Studium zu Gunsten der Schauspielerei auf – ein riskantes Wagnis – wie reagierte Ihre Familie auf Ihre Entscheidung?

 

Die Eltern waren nicht allzu glücklich, aber sie wollten, dass ich meinem Herzen folge. Mein Vater war Lehrer, also war eine ordentliche Ausbildung sehr wichtig. Ich war nur ein halbes Jahr von meinem Abschluss entfernt. Wusste einfach, dass es Zeit war, die Schauspielerkarriere aufzunehmen.

 

6. Nach dem abgebrochenem Studium folgte sicherlich ein harter Weg, der nicht immer einfach war. Erinnern Sie sich noch an die Jobs, die sie damals ausübten und gab es Momente, in denen Sie Ihren Schritt, das Studium zu beenden, bereuten?

 

Habe es niemals bereut….Ich hatte Glück.   Begann sofort mit Werbespots und Druckaufträgen zu arbeiten.  Machte nie diese volle Schauspieler-im Kampf-Sache. Musste nicht an Tischen bedienen oder Getränke an der Bar servieren.

 

7.  1993 gingen Sie zum Vorsprechen für die Rolle, die ihr Leben, auf positive Art und     Weise, verändern sollte: „Hercules“!

 Beschäftigten Sie sich im Vorfeld mit den historischen Fakten rund um den Halbgott Hercules und wie haben Sie sich insgesamt auf die Rolle vorbereitet?

 

Keine Vorbereitung kam vom traditionellen griechischen Hercules. Ich hatte alles über die Mythologie gelesen, als ich in der Schule war. Die Vorbereitung kam einzig aus dem Drehbuch, das mit Humor und Spaß erfüllt war.

 

8, Zuerst folgten „Hercules“-Spielfilme, die dann zu einer Serie ausgebaut wurden. Sahen Sie in „Hercules“ die Chance, berühmt zu werden und hatten Sie auch ein wenig Angst, zu sehr auf eine Rolle festgelegt zu werden (ob vom Publikum oder von Regisseuren)?

 

Hollywood legt immer auf eine bestimmte Rolle fest…viel mehr, als das das Publikum tut. Warum sich darüber Sorgen machen?! Ich habe für 7 Jahre einen großartigen Job bekommen,  von dem andere Schauspieler träumen!! Ich habe die Rolle geliebt und werde die Show immer lieben. Die Show gebar Xena und Young Hercules…diese Shows hätte es nie gegeben ohne den Erfolg von Hercules. Darauf bin ich sehr stolz.

 

9. In der Serie erscheint es so, als wäre das „Hercules“ Team eine große Familie gewesen – können Sie diesen Eindruck bestätigen und haben Sie bis heute noch Kontakt zu Ihren Serienkollegen?

 

Wir lachten jeden Tag am Set. Hatte eine großartige Zeit. Ich war traurig, es enden zu sehen. Michael Hurst und ich bleiben in Kontakt, wie auch einige der Stuntleute.

 

10. Ihre Frau lernten Sie ebenso am Set von „Hercules“ kennen und lieben – war Ihnen von Anfang an klar, dass Sie und Sam ein perfektes Paar sein würden oder war der Weg zu Sams Herz doch etwas steiniger..?

 

Niemals steinig. Wir beide wussten es sofort. Eine Sache auf den ersten Blick.

 

11. Welche „Hercules“ Episoden sind Ihre Lieblingsfolgen – falls man dies nach so vielen Folgen überhaupt sagen kann?

 

Mag nicht gern Favoriten herauspicken, aber ich nehme ‘The Apple’ und ‘Fancy Free’… mein erstes Mal, Regie zu führen und Michaels erstes Mal.

 

12. Drehten Sie alle Actionszenen selbst oder gab es Doubles bei riskanten Stunts?

 

Ich machte die meisten meiner eigenen Stunts, aber die riskanten gingen an mein Stunt-Double.  

 

13. Nach der 6. Staffel war Schluss mit „Hercules“ – zum Bedauern vieler Fans. Sie verließen das Action-Genre und „Andromeda“ folgte. Konnten Sie feststellen, dass durch diesen Wechsel einige Fans verlorengingen oder hielt ihre Fanbase weiterhin zu Ihnen?

 

Einige Leute folgten, andere nicht…manche mögen die Fantasy von Hercules….einige mögen Sci Fi.

 

14. Welchen Reiz übte die Serie „Andromeda“ für Sie persönlich aus?

 

Liebte Startrek, und Andromeda wurde von Gene Roddenberry erschaffen. Liebe auch Sci Fi.

 

15. Des Weiteren spielten Sie in einigen Filme mit – welcher ist für Sie nachträglich etwas ganz Besonderes und weshalb?

 

Ich suche Projekte nach einer Vielzahl von Gründen aus, aber der Hauptgrund ist mein Charakter. Mag ich den…will ich er sein…

 

16. Hollywood-Filme und Serien früher und heute – sehen Sie persönlich Unterschiede in dieser Branche, bzw. würden Sie sagen, dass es junge Schauspieler heutzutage schwerer haben als vor 15 Jahren?

 

Es war immer schwierig…aber die ganze Hollywood-Sache ist heute sogar politischer als sie je war. Hollowood ist eine seltsame Bestie, die von machthungrigen und sehr unsicheren Leuten, meist Männern,  am Laufen gehalten wird. Das ist eine gefährliche Kombination. Hollywood wird bis zum Tod für Redefreiheit kämpfen, aber nur, wenn du damit übereinstimmst, was sie sagen.  

 

17. Kevin Sorbo privat – wie können wir uns Ihre Freizeit vorstellen – welche Hobbies üben Sie beispielsweise aus?

 

Golf, Basketball….alles mit meinen Kindern.  

18. Sie haben, gemeinsam mit Ihrer Frau, drei Kinder und engagieren sich aktiv als Vorsitzender und Sprecher für die Organisation „A world fit for Kids“ – können Sie unseren Lesern Einblicke über die Organisation und ihre Aufgabenfelder geben?

 

worldfitforkids.org  ist die Seite, die man ansehen sollte. Bin seit 13 Jahren Teil davon. Wir geben Kindern Hoffnung. Selbstwertgefühl. Einen Grund, an ihre Träume zu glauben und ihnen nachzugehen.  

19. Was würden Sie den heutigen Jugendlichen, die den Traum haben, Schauspieler zu werden, mit auf den Weg geben?

Tut’s nicht wegen des Ruhmes…tut’s, weil ihr das Handwerk liebt.

20. Welche Pläne verfolgen Sie, in beruflicher Hinsicht, zukünftig?

Ich habe jetzt meine eigene Produktionsgesellschaft. Arbeite hart daran, Geld aufzubringen für viele wunderbare Drehbücher, die ich habe. Bleibe damit beschäftigt, Filme zu drehen. Bereit für meine nächste Serie. Wird bald geschehen!

 

6 meiner Filme kommen 2010 heraus!! Schaut bei  kevinsorbo.net  nach mehr Informationen.

 

Herzlichen Dank für das Beantworten der Fragen –

 wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles erdenklich Gute

 für Ihren weiteren Lebensweg!

 

Text: Franziska Maier

 

Fotos zur Verfügung gestellt von  Kevin Sorbo

 

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)