Interview mit Uli Scherbel

Interview mit Uli Scherbel

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1. Uli, du bist dieses Jahr zum ersten Mal bei der KJO Gala dabei. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Roland Haug und dem Kreisjugendorchester Ludwigsburg?

U.S: Eines schönen Tages  bekam ich einen Anruf von Roland Haug, ob ich Lust hätte bei der nächsten Musicalgala in Ludwigsburg dabei zu sein. Ich glaube, er hat mich vorher auf der Bühne des Apollo Theaters schon mal begutachtet und nach einer Empfehlung meiner künstlerischen Leiterin wurde ich dann angefragt. Diese Dame ist übrigens auch bekannt. Es ist die wunderbare Kaatje Dierks, welche schon einige Galas in Ludwigsburg als Sängerin mitgestaltet hat. Naja und so wurde ich dann engagiert und freue mich sehr darüber.

2. Hattest du im Vorfeld schon einmal eine KJO Gala besucht?

U.S: Leider nicht, da ich meist immer irgendwo in Deutschland auf der Bühne stand. Wochenende ist bei uns nun mal Hauptarbeitszeit. Aber das Musicalkonzert in Ludwigsburg ist bei Künstlern und Fans der Musicalszene sehr bekannt und beliebt.

3. Für viele stellt die Zusammenarbeit mit Jugendlichen, dazu noch einem Blasorchester, eine besondere Herausforderung dar. So klingen auch die Lieder anders als gewohnt. Wie erging es dir in diesem Fall?

U.S: Heutzutage kommt die Begleitung der Sänger bei vielen Auftritten, leider auch bei Musicalgalas vom Band, was ich persönlich sehr schade finde. Da in der Kunstszene so unglaublich viel gespart wird, bin ich erstmal sehr dankbar, dass ich mit so einem großen Orchester live musizieren kann. Dass es sich dabei meist um jugendliche Musiker handelt, finde ich super. Es freut mich sehr, dass so viele junge Menschen Spaß daran haben ein Blasinstrument zu spielen. Meine Eltern wollten immer, dass ich Trompete lerne, leider habe ich mich dafür als völlig unbegabt erwiesen, glücklicherweise klappts mit dem singen besser.. Also ich sehe es nicht als Herausforderung sondern als große Freude. Wenn die Lieder dabei anders klingen ist das völlig in Ordnung. Ich weiß, dass mich ein sehr gute Jungmusiker begleiten werden und die Zuhörer erleben ein live Orchester, was in solch einer großen Besetzung wirklich etwas Besonderes ist!

4. Das Programm sowie die Stargäste der Galas variieren von Jahr zu Jahr. So stellt sich natürlich die Frage: Auf welche Lieder dürfen wir uns bei der diesjährigen KJO Gala denn freuen?

U.S: Also ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber ich habe vor über zehn Jahren eine sehr schönes Stück gespielt. Die Lieder aus diesem Musical habe ich seitdem öffentlich kaum und in den letzten Jahren gar nicht gesungen. Davon werden einige Stücke zu hören sein. Dann natürlich aus “Ich war noch niemals in New York” und vielen anderen Musicals, aber auch anderen Musikrichtungen. Ich denke, es wird für jeden Geschmack etwas dabei sein.

5. Wie oft hast du mit dem Orchester im Vorfeld geprobt?

U.S: Bis jetzt sind nur viele Mails verschickt worden, mit Liedvorschlägen, Noten Liedtexten und Tonarten. Die nächsten zwei, drei Wochen werden wir dann zum Proben nutzen. Da ich pro Woche sieben mal in Stuttgart auf der Bühne stehe, Kevin in Berlin und Andreas in Wien, werden die Tage vor der Gala sehr intensiv genutzt und bis dahin macht jeder einschließlich der Musiker seine Hausaufgaben im wahrsten Sinne des Wortes..

6. 2012 wird den Zuschauern eine reine „Männergala“ geboten – zusammen mit Kevin Tarte und Andreas Lichtenberger bildet ihr ein Trio der Musicalwelt. Natürlich fallen dabei auch etliche bekannte Duette dieser Branche weg oder geht ihr das Wagnis ein und präsentiert Titel, die eigentlich auch von Frau und Mann gesungen werden – z.B. die „Totale Finsternis“ mit zwei männlichen Protagonisten?

U.S: Es gibt tatsächlich auch ein paar bekannte Männerduette und Terzette und davon werden auch einige zu hören sein. Mit Kevin und mir z.B. sind zwei Duette geplant. Totale Finsternis wird es zwar nicht sein, aber trotzdem hoffentlich totale Freude bei den Zuschauern auslösen :-)

7. Aktuell stehst du bei „Ich war noch niemals in New York“ im Stuttgarter Apollo Theater auf der Bühne. Du warst auch bereits in der Hamburger Fassung dabei. Gibt es gravierende Unterschiede zwischen den beiden Fassungen und wenn ja, welche?

U.S: Wir haben eine schwäbische Rolle, das ist schon mal ein gravierender Unterschied. Dann spielt die Geschichte zumindest teilweise hier in Stuttgart. Seit Hamburg sind viele neue Kollegen dazu gekommen und da jeder Künstler anders interpretiert , gibt es somit auch Unterschiede.

8. Wie gefällt dir persönlich Stuttgart und kommst du mit der schwäbischen Mentalität zurecht?

U.S: Ich liebe das Wetter. So viele Sonnentage gibt es sonst nirgends in Deutschland, zumindest nicht bei meinen Spielstätten. Ich liebe Maultaschen und mittlerweile auch die Kehrwoche, da kommt man mit den Nachbarn so schön ins Gespräch :-)  Ich bin ein sehr großer Schwabenfan!!!

9. Konntest du Unterschiede zwischen dem südlichen und dem nördlichen Publikum feststellen?

U.S: Auf der Reeperbahn waren die Zuschauer von Anfang an gelöster und haben mehr reagiert. Der Schwabe erscheint mir da etwas zurückhaltender und kritischer. Dafür empfinde ich den Schlussapplaus hier in Stuttgart viel stärker und die Menschen zeigen Ihre Begeisterung für die Vorstellung regelmäßig mit Standing Ovations und strahlenden Gesichtern. “Ich war noch niemals in New York ist auch im Schwabenländle ein großer Erfolg und das freut mich sehr!

10. Ende des Jahres verlässt „Ich war noch niemals in New York“ Stuttgart. Weißt du schon, wie es bei dir weitergehen wird? Hältst du dem Stück die Treue oder ist es Zeit für etwas Neues?

U.S: Ja, ich weiß schon wie es weitergeht, darf mich aber noch nicht öffentlich äußern.. Ich kann aber schon mal verraten, dass ich nächstes Jahr mehrere Stücke spielen werde. Unter anderem auch wieder in einer Rolle schlüpfe, die mich in Freinrippunterwäsche auf der Bühne zeigen wird, allerdings nicht in Schwaben sondern in Leipzig. Der schlaue Musicalzuschauer wird sicherlich wissen, um welches Stück es sich handelt.. The Rocky Horror Picture Show. Was die anderen beiden Stücke betrifft, bitte ich noch um etwas Geduld. Auf jeden Fall spiele ich weiter! Leider erstmal nicht in Stuttgart, hoffe aber dass ich bald zurückkommen kann. Meinen Erstwohnsitz behalte ich aber erstmal bei den Schwaben !!!

11. Du warst bereits in sehr vielen Musicalproduktionen zu sehen. Welches Stück gilt bis heute als dein Lieblingsstück und weshalb?

U.S: Das ist eine schwierige Frage, weil ich in den vielen Jahren auf der Bühne alle Rollen sehr geliebt habe und jedesmal behauptete , das ist meine Lieblingsrolle und mein Lieblingsstück. Also wer sich die Mühe machen möchte, meinen Lebenslauf zu lesen, sieht meine Lieblingsstücke und Rollen auf einen Blick..

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)