LÜGA WILL GLERNT SEI – Theaterschiff Stuttgart

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Bei den Müllers herrscht schwäbische Idylle. Aufopferungsvoll haben Heinz und Hilde Müller Heinz´ Mutter Henriette bei sich aufgenommen, um ihr einen schönen Lebensabend zu bieten und sie vor dem Altersheim zu bewahren. Alles könnte so schön sein, wenn Henriette ihrer Schwiegertochter das Leben nicht durch Böswilligkeit und Intrigen zur Hölle machen würde. Nachdem eines Abends der Kleinkrieg zwischen den beiden Frauen wegen dem Abendessen mal wieder eskaliert ist, zieht sich Henriette beleidigt in ihr Zimmer zurück, um fernzusehen. Da der Fernseher nicht richtig funktioniert und der zu Hilfe gerufene Sohn nicht schnell genug kommt, versucht sie mit einer Stricknadel selbst den Fehler zu beheben. Als Heinz ins Zimmer kommt ist das Unheil nicht mehr aufzuhalten. Henriette bekommt einen Stromschlag und ist sofort tot. Heinz hat schon das Telefon in der Hand, um den Notarzt zu rufen, wird von seiner Frau aber aufgehalten. Denn wie sollen sie ohne der Rente und dem Pflegegeld von Henriette weiter die Raten für das Haus abzahlen? Da Heinz arbeitslos ist, würden sie alles verlieren. Also beschließen sie, alles zu lassen, wie es ist, zumindest so lange, bis Heinz wieder einen Job gefunden hat. Doch wohin mit der Leiche? Dass Mutter früher oder später würdig beerdigt werden soll, ist keine Frage. So lange muss die Leiche also frisch gehalten werden. Dafür eignet sich am besten die Tiefkühltruhe. Doch dann kommt der ewig studierende Sohn des Hauses Frank überraschend auf Kurzbesuch vorbei. Heinz und Hilde erzählen ihrem Sohn, dass Oma ins Krankenhaus musste und daher nicht da ist. Als Frank sich nichtsahnend eine Pizza aus der Truhe holen will, entdeckt er die Oma. Geschockt und verstört akzeptiert er dann zwar die Beweggründe der Eltern, hält es aber keine Sekunde länger zu Hause aus und reist wieder ab. Auch die Nachbarin Frau Spatz macht sich Gedanken über den Verbleib der Nachbarin, nachdem sie auf ungewöhnliche Weise von Müllers abgewimmelt wurde. Mit ihrem Verehrer Herr Breuer malt sie sich die schlimmsten Dinge aus, was Henriette zugestoßen sein könnte. Sie vermutet einen heimtückischen Mord. Irgendwann kann die selbsternannte Miss Marple nicht mehr an sich halten und stellt die Müllers zur Rede. Müllers haben zudem noch das Problem, dass sich der medizinische Dienst angekündigt hat, um die Pflegestufe der Mutter zu überprüfen. Heinz und Hilde merken schnell, dass sie keine Chance mehr haben und alles aufzufliegen droht. Daher gestehen sie Frau Spatz, was wirklich passiert ist. Da diese Henriette auch nicht besonders leiden konnte, biete sie ihre Hilfe an. Sie gibt sich beim Besuch des Mitarbeiters des medizinischen Dienstes, Herrn Sollmann, als Henriette aus und bietet eine oscarreife Vorstellung. Sie zeigt den Müllers, dass „lüga glernt sei will“.

Ulrike Barthruff spielt sowohl Henriette Müller als auch Irmchen Spatz. Sie geht in beiden Rollen förmlich auf und begeistert vor allem beim ihrem Auftritt vor dem medizinischen Dienst.

Als Hilde und Heinz Müller sind Stefanie Ströbele und Aki Tougiannidis zu sehen. Sie spielen ihre Rollen herrlich schräg, skurril und engagiert aus und sorgen für viele gut platzierte Pointen.

In gleich drei Rollen ist Armin Jung zu sehen. Als Verehrer Herr Breuer, Sohn Frank Müller und Herr Sollmann vom medizinischen Dienst. Der ständige Wechsel ist ihm nicht anzumerken, er springt mühelos von einer zur anderen Rolle.

Lüga will glernt sei“ aus der Feder und unter der Regie von Cordula Polster ist eine herrlich schräge und rasante Komödie mit vielen Täuschungen und Verwicklungen. Ein kurzweiliges Stück, das die Zuschauer bestens unterhält und einen abwechslungsreichen, lustigen Abend bereitet.

Noch bis 29. Juli 2015 zu sehen auf dem Theaterschiff Stuttgart.

Infos unter: www.theaterschiff-stuttgart.de

Bilder: Theaterschiff Stuttgart

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Sabine Boehm

Sabine Boehm

Chefredakteurin und Herausgeberin Mitglied bei der DFJV (Deutscher Fachjournalisten-Verband AG) Kontakt: Sabine.Boehm@flashing-light.de Flashing Light ist eine rein ehrenamtliche Online Zeitschrift - keiner der freien Redakteure übt diese Tätigkeit hauptberuflich aus. Es handelt sich um eine unentgeltliche Beschäftigung. Dies betrifft ebenfalls die Redaktionsleitung/Webmasterin!