Peter Kraus live

Einmal Rock`n`Roller, immer Rock`n`Roller – Die Peter Kraus Revue

Showstar Peter Kraus auf großer Tour

„Mit 17“, „Sugar Baby“ oder „Hula Baby“ – wer kennt sie nicht, die großen Hits von Peter Kraus?! Der mittlerweile 73jährige Künstler kann zwischenzeitlich auf rund 58 Jahre Showbusiness zurückblicken und hätte sicherlich im Jahr 1954, als er in Erich Kästners Literaturverfilmung „Das fliegende Klassenzimmer“ mitspielte, auch nicht gedacht, wie sein Leben einmal verlaufen würde und dass ihm die Fans über all die Jahrzehnte die Treue halten werden.

Als Sohn des österreichischen Regisseurs und Kabarettisten Fred Kraus, lernte Peter bereits als Kind die Show Welt kennen und lieben. Während seiner Schulzeit nahm er bereits Gesangsunterricht und belegte Schauspiel-und Stepkurse. Früh übt sich, was ein Star werden will. So könnte auch Peter Kraus Devise gelautet haben und das „Star sein“ ließ nicht lange auf sich warten!

So wurde Peter Kraus im Jahr 1956 bei einem Konzertauftritt entdeckt, danach folgte eine Cover Version des Hits „Tutti Frutti“ und die musikalische Karriere des jungen Mannes war nicht mehr zu stoppen. So entwickelte sich Kraus in den 50er Jahren zum beliebtesten deutschsprachigen Rock´n´Roller und Teenie-Idol. Der „deutsche Elvis“ beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Musik, auch in zahlreichen Filmen war er zu sehen. Teilweise auch an der Seite von Conny Froboess, mit der er auch als „Traumpaar“ im Duett sang. Filme, wie „Conny und Peter machen Musik“ oder „Alle lieben Peter“ gelten bis heute als wahre Evergreens dieser Ära und werden von Jung und Alt geliebt. Peter Kraus, der junge Rebell mit dem Rock´n`Roll im Blut. So gelenkig wie er war wohl kaum ein Star seiner Zeit – sein Hüftschwung ist bis heute legendär und dass er sogar die Wände hochgehen konnte, ist von vielen der jungen Sänger unserer Zeit nicht einmal nachahmbar. Doch Peter Kraus Karriere veränderte sich im Laufe der Zeit. So wurde aus dem Rebell mit den Jeans der Entertainer und Schauspieler. Er trat in großen Shows auf und spielte in den 80er Jahren in der Erfolgsserie „Die glückliche Familie“ an der Seite von Maria Schell und Siegfried Rauch. Doch auch als Drehbuchautor und Produzent trat er in Erscheinung und jüngst auch als Buchautor. Sein Werk „Für immer jung“ erschien 2011 und seine aktuelle CD „Für immer in Jeans“ im Januar 2012.

Man könnte meinen, Peter Kraus würde nach all diesen Erfolgen die Bühne meiden und sich damit zufrieden geben, dass er hin und wieder im Fernsehen auftritt. Doch auch wenn er zugibt, dass er sich schon nach all der Arbeit ausgelaugt fühlt, dann bestärkt ihn der Gedanke, dass sein Publikum ihn live sehen will und sofort fühle er sich wieder besser! So steht das Jahr 2012 auch wieder eine große Tournee bei ihm an, die ihn quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führt. 60 mal auf die Bühne, 15 000 Kilometer zurücklegen, ein unstetes Tourleben führen. Für Peter Kraus ist dies keine Bürde – er möchte sich seinem Publikum zeigen und demonstrieren, dass er noch lange nicht „zum alten Eisen“ gehört. Abgesehen davon, kann er sich wahrlich noch sehen und hören lassen, denn dem fast 73jährigen Künstler sieht man sein Alter nicht an. So trage er anscheinend nun noch 2 Jeansgrößen kleiner als früher, halte sich mit Sport und gesunder Ernährung fit und dass er sich bei seiner neuen Show noch Verstärkung holte zeigt, wie flexibel er ist. So wird er bei den rund 28 Programmpunkten der „Peter Kraus Revue“ von keinem Geringerem als Mike Kraus, seinem Sohn, unterstützt. Der Kameramann trat bereits schon einige Zeit mit seiner eigenen Band auf und schreibt selbst Musik. Als sein Vater ihn fragte, ob er mit ihm auf Tour gehen wolle, zögerte er keine Minute. So bekommt Mike Kraus in der Show einen relativ großen Part. Er singt  mit ihm Duett und steht als „junger Peter Kraus“ beim Medley „Zeitreise“ auf der Bühne. Hierbei erzählt Peter Kraus gesanglich seine Zeit als Rock´n´Roller, während er unterbricht, wird Mike Kraus, der von Tänzerinnen und Tänzern im Stil der 50er Jahre umgeben ist, angestrahlt und singt u.a. „Wenn Teenager träumen“ oder „Sag mir was du denkst“. An sich eine schöne Idee, doch der ein oder andere eingefleischte Peter Kraus Fan sieht diese Szenerie mit gemischten Gefühlen, so sollte doch eigentlich IHR Peter diese Evergreens singen und nicht sein „jüngeres Double“. Auch wenn Mike Kraus die Lieder einwandfrei interpretiert, ist diese Art der Inszenierung nicht die Glücklichste. Die alten Hits von Peter Kraus werden in der rund 2,5 stündigen Show leider nur im ersten Teil präsentiert. So wird auch dieser von einem Hit Medley, bestehend aus „Hula Baby“, „Va Bene“, „Diana“ und „Mit 17“ beendet. Akustik-Versionen, bei denen die hervorragende Band, die Peter Kraus live begleitet, wieder zu Akustik Gitarre und Co greift, um den Sound der 50er Jahre aufleben zu lassen. Doch auch hier werden gerade diese Lieder nicht völlig ausgespielt und ganz gesungen, dabei zeigt sich deutlich am Applaus und den Reaktionen des Publikums, dass diese nur auf die Songs gewartet haben. Der erste Konzertpart ist an sich sehr schwungvoll gestaltet. Peter Kraus, der ewige Rock´n´Roller, so singt er „Tutti Frutti“, „Jailhouse Rock“ oder „Tiger“. Dabei schwingt er noch einmal die Hüften wie vor vielen Jahren. Man könnte meinen, dass man eine Zeitreise absolviert hat und sich wieder in den 50er Jahren befände. Und noch ein Gast brilliert an der Seite von Peter Kraus. Der österreichische „Ambassador of Rock´n´Roll“ Andy Lee Lang – ein wahrer Virtuose am Klavier und Meister der Tasten. Mit „Whole lotta shakin going on“ heizt er dem Publikum ein und absolviert so manch akrobatische Einlagen, bei denen er jedoch weiterhin problemlos sein Klavier spielt. Die Stimmung kocht beinahe über bei dieser Musik und auch Peter Kraus harmoniert perfekt mit Andy Lee Lang, der seinen Namen an den legendären Jerry Lee Lewis anlehnte.

Nach soviel Power des ersten Showblocks fragt man sich nun, wie Teil 2 des Konzertes wohl aussehen wird. Nun, es wird ruhiger…Jedoch heizt Peter Kraus noch erst einmal mit „Kitty Kat“ ein, bei dem er wieder von Andy Lee Lang unterstützt wird. Würde das Konzert nun auf diese Weise weitergehen, hätte es niemanden mehr lange auf den Sitzen gehalten. Doch Kraus setzt ab sofort eher auf Midtempo Songs und auch neue Titel. Da seine Show eine Revue darstellt, ist solch eine Mixtur auch wahrlich legitim. Mike Kraus`Solo „Mein Kosmos brennt“ erinnert an den Sound der 80er Jahre. Und wenn Vater und Sohn den Song „Wer ist wer“ oder „Manchmal“ anstimmen, gerät das Publikum in melancholische Verzückung. Auch „Die letzten Rock´n´Roller“ setzt ein Statement, so sieht sich Peter Kraus als einer der letzten seiner großen Ära. Leider verstarben bereits viele Kollegen der damaligen Zeit und dass auch Kraus hin und wieder mit seinem Alter hadert, lässt sich durch so manche Zwischentöne bei den Anmoderationen der Titel heraushören. Vor allem gegen Ende des Konzertes schlägt er die ruhigen, nachdenklichen Töne an. Und das Finale „Und was kommt jetzt“ zeigt, dass Peter Kraus trotz seiner großen Power und Kraft doch auch Angst vor der Zukunft hat. Was wird wohl in 10 Jahren sein?! Wie wird es weitergehen?

„Ich sag noch lange nicht, das war´s, ich will schließlich noch zum Mars. Mit einem Engel an der Hand, der coolste Opa sein im Land….wer zurück schaut, hat verlor´n, denn das Leben, das ist da vorn!“ (Auszug aus dem Liedtext „Und was kommt jetzt“)

Die Peter Kraus Revue versetzt die Zuschauer wieder zurück in eine Zeit, in der die großen TV Shows nach ebensolchen Konzepten aufgebaut waren. In den 70er Jahren gab es beispielsweise auch u.a. die Peter Alexander Show, in der Musik, Comedy, Schauspiel und vor allem gute Unterhaltung Programm waren. Durch Peter Kraus´Ensemble, das ihn gesanglich und tänzerisch unterstützt, werden die Songs lebendig. Ob in Glitzerkostümen oder Petticoats, die „Sugarbabies“ und „Moonlight Dancers“ sind optisch und akustisch ein Gewinn. Und auch Barbara Endl, die zuerst als blonde, naive Assistentin an Kraus Seite auftritt und später mit ihm ein wunderschönes Duett singt, sei an dieser Stelle zu nennen.

Dass auch bekannte internationale Hits, die nun von Peter Kraus auf Deutsch gesungen werden oder auch seine aktuellen Titel nicht fehlen, rundet den bunten Abend perfekt ab. Peter Kraus hat auch nichts von seinem jungenhaften Charme verloren. Er präsentiert sich dem Publikum routiniert und als Vollprofi. Auch wenn ihn hin und wieder sicherlich mal ein Leiden plagt, so wird er sein Publikum nie im Stich lassen und weiterhin nach dem Motto leben: The Show must go on!

So bleibt zu hoffen, dass uns der Showstar Peter Kraus noch lange erhalten bleibt und dass auch sein weiterer Lebensweg von Erfolg und vor allem Gesundheit geprägt sein wird!

Weitere Infos zu Peter Kraus finden Sie unter:

www.peterkraus.de

Bericht: Franziska Maier

Foto: peterkraus.de

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)