Richie Sambora live

Let´s rock – „Mr. Guitar“ Richie Sambora live in der Stuttgarter Liederhalle

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Wer den Namen Richie Sambora hört, verbindet damit sicherlich gleich eine Band: Bon Jovi!

Allerdings gehört diese erst einmal der Vergangenheit Samboras an, obwohl der Weltklassegitarrist Gründungsmitglied war und 30 Jahre lang zur Band gehörte.

2013 wurde jedoch verkündet, dass Sambora „aus persönlichen Gründen“ die Band während der damals laufenden „Because we can“ Tour verlasse. Ein endgültiger Abschied ist jedoch offen – Leadsänger Jon Bon Jovi teilte in einem Interview lediglich mit, dass Sambora eine „Weile nicht mehr mit der Band auftreten werde.“

Kein Grund jedoch für den Sänger und Songwriter, nicht doch an seiner Solokarriere zu basteln und weiterhin für sein Publikum live da zu sein!

Richie Sambora der Vollblutmusiker: Bereits im Alter von 7 Jahren begann er verschiedene Instrumente zu lernen, unter anderem Klavier, Gitarre, Akkordeon oder Trompete. Musikalisch wurde er durch Legenden wie Jimi Hendrix, die Beatles, Brian May oder Eric Clapton beeinflusst und so ist es nicht verwunderlich, dass auch bei seinen Live Konzerten ab und zu Titel dieser Musiker erklingen, nur eben im typischen „Sambora Sound“.

Drei Soloalben veröffentlichte Sambora während der Pausen mit Bon Jovi und für bekannte Stars schrieb er erfolgreiche Lieder – unter anderem auch Chers Titel „If I could turn back time“.

Nun ist der Gitrarrenheld also wieder auf großer Tournee – gerade einmal vier Konzerte stehen für Deutschland auf dem Plan, eines davon in der Stuttgarter Liederhalle. Der ausverkaufte Hegelsaal ist wahrlich ein Zeichen dafür, dass Sambora auch ohne seine Bon Jovi Bandkollegen „funktioniert“ und sein eigenes Publikum im Laufe der Jahre aufgebaut hat. Dieses ist zwar teilweise im gleichen Alter des Mittfünfzigers und bevorzugt zwischenzeitlich doch eher die bestuhlte Empore als die Stehplätze im Innenraum, doch die hartgesottenen Fans harren stundenlang im Stehen aus, ehe „ihr Richie“ endlich die Bühne betritt. Warten hieß es im Vorfeld wahrlich, da der Sänger erst kurz nach 21 Uhr die Bühne betrat und das, obwohl um 20 Uhr Showbeginn war und die Vorgruppe bereits nach drei Songs wieder die Bühne verlassen hatte. Die 45 Minuten Wartezeit wurden vom Publikum nicht einfach so hingenommen – „Richie, Richie“ ertönte es immer wieder, auch ein Pfeifkonzert, das den Sänger doch endlich einmal daran erinnern sollte, dass er auf die Bühne kommt. Doch all das irritierte keinen der Crew – in Seelenruhe wurden alle Gitarren geprüft, Getränke hingestellt und der Ton über die Mikros gecheckt. Doch aller Unmut war vergessen, als Sambora dann die Bühne betrat und rund 2,5 Stunden lang beste Unterhaltung bot! Eine bunte Mischung wurde den Zuschauern präsentiert, dabei kamen auch die von Sambora geschriebenen Bon Jovi Hits nicht zu kurz – „I´ll be there for you“, „Lay your hands on me“, „These days“, „Livin on a prayer“ oder „Wanted dead or alive“ sorgten für Begeisterungsstürme und Sambora konnte ruhig das Publikum alleine singen lassen – minutenlang wurde „I´ll be there for you“ nur durch die anwesende Menschenmenge im Saal gestaltet, von Sambora an der Gitarre begleitet.

Auch seine Solotitel und Interpretationen anderer Hits kamen an. Zwischen den Titeln wurden auch kleine Anekdoten berichtet, wie beispielsweise beim Song „Seven years gone“, bei dem Sambora von seinen dunklen Zeiten sprach, als er sich scheiden ließ oder sein Vater starb. Die Interaktion mit dem Publikum kam nie zu kurz, so griff er auch spontan zur Gitarre und performte einen Song, der nicht auf der geplanten Setlist stand und den seine Band auch nicht begleiten konnte, wobei diese aus hochkarätigen Musikern besteht. Einzige Frau der reinen Männerkombo ist die 29jährige Gitarrenvirtuosin und Sängerin Orianthi aus Australien, die an der Seite Samboras für weitere spektakuläre Gitarreneinlagen sorgt und bereits mit namhaften Künstlern auftrat, u.a. mit Alice Cooper, Prince oder ZZ Top.

Um 23.40 Uhr verklangen die leisen sowie rockigen Töne auf der Bühne und nach drei Zugaben war das Ende des Konzertes erreicht. Das lange Warten hatte sich wahrlich gelohnt und wer immer noch nicht genug hatte, konnte noch Sambora hautnah am Bühneneingang erleben – dort schrieb er geduldig Autogramme und ließ sich von den teilweise drängenden Securities nicht beirren. Richie Sambora hat nicht verlernt, wo er herkommt und wer er einmal war. Er ist ein Star zum Anfassen sowie ein Weltklassemusiker, Sänger und Songwriter! Und ob mit oder ohne Bon Jovi – ein Konzert von oder mit Richie Sambora lohnt sich immer!

Fotos und Bericht: Franziska Maier

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)