FACES OF MUSICAL 2016

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5 Jahre Faces of Musical in Hennef. Keine geringeren als die nubische Prinzessin Aida, der spanische Architekt Antoni Gaudi, der Londoner Arzt Dr. Jekyll und sein furchteinflößendes zweites Ich Mr. Hyde und zuletzt die 3 Musketiere gaben sich die Ehre, um dieses Jubiläum mit dem 150-köpfigen Chor Musical Voices S.I.E.G. zu feiern. Natürlich durften auch bei dieser Jubiläums-Gala herausragende Solisten nicht fehlen. In diesem Jahr konnten, wie schon in den Jahren zuvor, Pia Dowes und Jesper Tyden gewonnen werden. Dieses Jahr das erste Mal auf der großen Bühne der Mehrzweckhalle Meiersheide dabei war Andreas Bieber. Und natürlich aus den eigenen Reihen Wilma Harth, die auch der Vocal Coach der Chöre ist. Die Musical Voices S.I.E.G. setzten sich zusammen aus den Chören MusicAL Dente, Junge Singfonie und SingIn Harmonie.

Den Auftakt machte Jesper Tyden gemeinsam mit dem Chor mit dem Song „Wer viel wagt“ aus dem Musical AIDA, danach folgte das Duett „Sind die Sterne gegen uns“, gefühlvoll gesungen von Pia Dowes und Jesper Tyden. „Easy as Life“ (So einfach, so schwer) von Pia Dowes und „Einen Schritt zu weit“ mit Pia Dowes, Jesper Tyden und Wilma Harth wurden noch solistisch vorgetragen bevor Pia Dowes, Wilma Harth und der Chor mit „Die Sonne Nubiens“ den AIDA-Block stimmgewaltig beendeten.
Dann hatte Andreas Bieber seinen ersten Auftritt. Als Neuling wurde er im Interview von Moderatorin Nicola Reyk, die auch durch den ganzen Abend führte, dem Publikum vorgestellt, Bieber, der durch das Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ in Essen bekannt wurde, durfte sich einen Wunsch erfüllen und mit einem extra für die Gala gecasteten 20-köpfigen Kinderchor ein Medley aus diesem Musical singen („Wie vom Traum verführt / Schließt jede Tür“).

Weiter ging es mit dem Musical GAUDI, das 1996-1997 im extra dafür gebauten Musical-Dome Köln aufgeführt wurde. Die Musik stammt von The Alan Parsons Project. Diese wurde nur für Studio-Musik konzipiert, weshalb sie von den musikalischen Leitern Wolfgang Harth und Bernd Steixner für die Live-Band komplett neu arrangiert werden musste. Der Chor, der zwischenzeitlich die Bühne verlassen hatte, kam von hinten durch den Saal im Arbeiter-Outfit wieder auf die Bühne und sang dabei den „Worker Song“. Jesper Tyden folgte mit „Lonely Song“, Wilma Harth mit „Inside looking out“ und „Too late“ mit Pia Dowes, Jesper Tyden und Andreas Bieber sangen mit Chor-Begleitung „Closer to Heaven“ und Jesper Tyden im Duett mit Wilma Harth und Chor „Parca Guell“. Den Abschluss machte der Chor mit Pia Dowes, Jesper Tyden und Andreas Bieber mit dem dem großen Finale des Musicals „La Sagrada Familia“.

Nach der Pause erschien Dr. Jekyll auf der Bühne, der gerade in seinem Labor an dem Serum forscht, mit dem er das Gute im Menschen vom Bösen trennen möchte. Da ihm der Versuch an einem Menschen von den Vorständen des Krankenhauses untersagt wird, wagt er den Selbstversuch: „Dies ist die Stunde“, gesungen von Jesper Tyden mit Chor. Es folgten „Da war einst ein Traum“ von Wilma Harth, „Dangerous Game“ von Andreas Bieber und Pia Dowes und „Mörder, Mörder“ gesungen vom Chor. Während Nicola Reyk die beiden Kostüm-Verantwortlichen interviewte, verlies der Chor die Bühne und ging verängstigt durchs Publikum. Man kann ja nie wissen, wo Mr. Hyde sich gerade aufhält und wer sein nächstes Opfer ist. Pia Dowes und Wilma Harth sangen im Duett „Mädchen der Nacht“, dann schloss PiaDowe den Block mit „Someone like you“.

Und schon stürmte die Leibgarde des französischen Königs Ludwig XIII. – die Musketiere – durch den Saal von hinten auf die Bühne. Mit einem Ausschnitt von „Einer für alle“ stimmten sie das Publikum auf das Musical Die 3 Musketiere ein. Jesper Tyden sang mit dem Chor „Heut ist der Tag“, mit dem sich D´Artangan auf den Weg von der Heimat nach Paris macht. Pia Dowes durfte nun endlich mal wieder als Milady de Winter „ihren“ Song „Milady ist zurück“ singen. Sie spielte die Rolle lange als Erstbesetzung in Rotterdam, Berlin und Stuttgart. Andreas Bieber folgte mit „Engel aus Kristall“ bevor Pia Dowes nochmal als Milady „Wo ist der Sommer“ gab. Zum Glück musste sie sich dieses Mal nach dem Song nicht in den Tod stürzen und durfte den tosenden Applaus auf der Bühne genießen. Den Abschluss machte der Chor mit dem Finale des 1. Aktes „Einer für alle“.

Bei Faces of Musical ist es Tradition, dass sich die Solisten einen Song wünsche dürfen, den sie dann solistisch präsentieren. Pia Dowes startete das „Wunschkonzert“ mit „Always starting over“, dann folgte Jesper Tyden mit „The Final Countdown“. Andreas Bieber hatte seinen Auftritt ja bereits mit dem Medley aus „Joseph“. Der Chor, der schon vorher die Bühne verlassen hatte, tobte erneut von hinten durch den Saal, dieses Mal als Boxer und Betreuer-Teams mit dem Song „Eye of the Tiger“ aus Rocky – das Musical. Mit diesem Song endete der offizielle Teil der Faces of Musicals 2016. Natürlich tobte das Publikum und belohnte die Leistung aller Beteiligten mit Standing Ovations und Zugabe-Rufen. Diese ließ auch nicht lange auf sich warten. Mit „Time Warp“ und „You´ll never walk allone“ verabschiedeten sich Chor und Solisten vom Publikum.

Sowohl der Chor als auch die Solisten glänzten mit großen Stimmen und sorgten für viele Gänsehaut-Momente und so manches feuchte Auge. Die Vielfalt sorgte für einen spannenden, abwechslungsreichen Abend, der Lust auf mehr macht.
Auch nach 5 Jahren ist Faces of Musical ein absolutes Highlight und kein bisschen angestaubt. Der musikalische Leiter Wolfgang Harth und Bernd Steixner, der Bandleader der Live-Band „Apollo 7“ aus Stuttgart, schaffen es immer wieder, Band, Chöre und Solisten zu Höchstleistungen anzuspornen. Dass es allen großen Spaß macht, ist nicht zu übersehen und -hören. Auch optisch ist die Gala ein Genuss, die SängerInnen wechseln Ihre Kostüme immer passend zum jeweiligen Musical, was bei so vielen Beteiligten sicher nicht einfach ist.

Die Bühne (Markus Steffens) und das Lichtdesign (Rene Geißel) mit den jeweils auf Musical und Szene abgestimmten Projektionen, ergänzen Chor und Solisten optisch perfekt. Für einen außergewöhnlich guten Ton sorgt Sascha Brandt, nur Jesper Tyden war manchmal zu leise und wurde von Band und/oder Chor übertönt.

Man kann nur hoffen, dass es für Faces of Musical auch 2017 weitergeht. An den Beteiligten liegt es sicher nicht, sie alle sind mit großem Engagement dabei. Hennef und die Umgebung würde ein kulturelles Highlight im Veranstaltungskalender verlieren und ein großes Loch hinterlassen. Vielleicht gibt es doch finanzielle Mittel, die für diese grandiose Gala locker gemacht werden können und die Fortsetzung sichern.

Fotos: Sabine Böhm

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Sabine Boehm

Sabine Boehm

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