ZUM SCHIESSEN auf dem Theaterschiff Stuttgart

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Der Wilde Westen in Stuttgart auf dem Theaterschiff. Mit ihrer neuesten Produktion haben Cordula Polster und Nici Neiss eine Westernkomödie auf die Bühne gebracht, die kein Auge trocken lässt.

Saloon-Chefin Dolly Button (Nici Neiss) hat es satt, in ihrem schlecht gehenden Saloon tagtäglich hinter dem Tresen zu stehen und träumt von einem Leben als Halbtagskraft in einem Coffee-Shop in Houston. Seit die Goldgräber Deathend Valley verlassen haben ist ihr einziger treuer Stammgast der Indianer Winnie (Dirk Weidner), der letzte der Depatchen. Er trinkt sich auf Dollys Kosten das trostlose Leben schön. Das von Dürre gebeutelte Valley hofft auf den ersehnten Regen, den auch Winnie als echter Indianer mit einem Regentanz nicht herbeizaubern kann – wobei „It´s raining man“ auch nicht wirklich die richtige Melodie für einen Regentanz ist. Als dann noch ein korrupter und selbsternannter Inspektor der Prohibitionsbehörde (Uwe-Peter Spinner) im Saloon auftaucht und Dolly die letzten 25 Dollar als Strafe für Alkoholverkauf abknöpft, scheint die Barbesitzerin am Ende. Doch da ist noch der ominöse Sack, den Winnie in den Saloon mitgebracht hat. Aus dem zaubert der Indianer 50 Dollar, die er Dolly schenkt. Erst als der Sheriff (Uwe-Peter Spinner) im Saloon auftaucht und Dolly vor einem falschen Inspektor warnt, fliegt der Schwindel auf und Winnie macht sich auf die Suche nach dem Betrüger. Zwischenzeitlich kommt noch Charly Chatter (Carlo Himmel) im Saloon an, ein anscheinend weitgereister Schriftsteller mit medizinischem Problem, ihm wurde in den Allerwertesten geschossen, weswegen er dringend einen Arzt benötigt. In all den Wirren stellt sich mit der Zeit heraus, dass es sich bei Charly um einen „Gelegenheits-Gangster“ handelt, der – mehr versehentlich als beabsichtigt – die Postkutsche überfallen hat und dabei den Sack mit der Post hat mitgehen lassen. Auch dieser liegt nun in Dollys Saloon, nicht unweit von Winnies Sack mit dem Geld. Natürlich gibt es hier auch Verwechslungen und niemand weiß genau, in welchem Sack sich das Geld und in welchem die Post befindet. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch der lang gesuchte und berüchtigte Kopfgeldjäger Old Devil (Uwe-Peter Spinner) im Saloon auf, der Winnie mit einem gezielten Schuss niederstreckt. Endlich taucht der Arzt, Dr. Lazaretti (Uwe-Peter Spinner), auf, der versucht, Winnie zu retten. Irgendwann stellt sich heraus, dass in dem Postsack ein geheimes Dokument für den Präsident der Vereinigten Staaten transportiert wurde. Eilig macht man sich auf die Suche und findet die Schatulle. Darin ist das Geheimrezept eines Wundertrunkes, der im Saloon von allen Anwesenden und Hilfe des Arztes zusammengebraut wird. Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten, als das Gebräu Winnie eingeflöst wird. Die Verwundung ist wie weggeblasen und man feiert den Erfolg des Wundermittels.

Während Nici Neiss, Carlo Himmel und Dirk Weidner das gesamte Stück über auf der Bühne präsent sind und in ihren Rollen bleiben, übernimmt Uwe-Peter Spinner gleich mehrere Rollen, die des Inspektors, des Sheriffs, des Gansters Old Devil, des Doktor Lazaretti und zuletzt spielt er auch noch den letzten Büffel, dessen Kopf an der Wand im Saloon hängt. Hier taucht er allerdings nur ab und zu auf um zu singen. Ansonsten hängt ein Stoff-Kopf an der Wand.

Gespickt wird das ganze von mit neuen Texten versehenen, typischen Wild-West-Liedern wie „Wandring Star“, „Ring of Fire“ oder der Titelmelodie von Bonanza. Als Regentanz diente das bereits erwähnte „It´s raining Man“ (Musikalische Leitung: Markus Kapp). Mit solidem Schauspieler-Gesang und gekonnten Tanz-Choreografien (Carmen Voigt) wird das Stück dadurch aufgelockert und animiert das Publikum zum mitswingen.

Dazu kommt noch der „Schwäbische Bezug“, Dollys Vorfahren stammten aus Bad Cannstatt und so schwelgt sie immer wieder in Erinnerungen um Maultaschen, Bubenspitzle und Kuckucksuhren.

Unter der Regie von Cordula Polster ist mit „Zum Schießen“ eine heitere, leichte Abendunterhaltung entstanden, die einen für kurze Zeit aus dem Alltag in den Wilden Westen Amerikas entführt.

Infos und Tickets unter : www.theaterschiff-stuttgart.de
Bilder:Theaterschiff Stuttgart

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Sabine Boehm

Sabine Boehm

Chefbloggerin Mitglied bei der DFJV (Deutscher Fachjournalisten-Verband AG) Kontakt: Sabine.Boehm@flashing-light.de Flashing Light ist eine rein ehrenamtliche Seite, keiner der Blogger übt diese Tätigkeit hauptberuflich aus. Es handelt sich um eine unentgeltliche Beschäftigung. Dies betrifft ebenfalls die Verantwortlichen und Webmaster!