Diäten auf der Spur – ketogene Ernährung

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(Quelle: www.keto-food.net)

Von Atkins bis Trennkost, jeder hat schon einmal von diversen Diäten und Ernährungsumstellungen gehört. Aber welche ist die Passende, was sind die Unterschiede und wie kann man die neue Ernährung am besten umsetzen?

In Teil eins unserer Reihe „Diäten auf der Spur“ befassen wir uns mit der ketogenen Ernährung. Dazu habe ich mich mit Elena von „Keto Food- low carb, high fat“ unterhalten.

  • Hallo Elena, wie hast du die ketogene Ernährung für dich entdeckt?

    Hi, ich hatte mich zu dem Zeitpunkt schon einige Monate, aus gesundheitlichen Gründen Low Carb ernährt und suchte eines Abends auf Instagram nach neuer Inspiration für Low Carb Gerichte. Unter einem der Bilder war das Wort #ketogenic getagged. Aus Neugierde hab ich dieses dann noch am Abend selbst bei Google eingegeben und war mehr als überrascht, welche positive Auswirkung die ketogene Ernährungsform wohl auf die menschliche Gesundheit haben sollte. Da ich relativ gerne lese, habe ich dann an dem Abend noch einige Artikel gelesen und beschloss am nächsten Tag, vier Wochen lang meine Ernährung umzustellen, um zu sehen ob ich meine Lebensqualität durch eine andere Ernährung steigern könnte.

  • Was genau ist die ketogene Ernährung?

    Die ketogene Ernährung oder auch LCHF ( Low Carb High Fat ) Ernährung ist eine Ernährungsform in welcher die Kohlenhydrate auf ein Minimum reduziert werden. Im Durchschnitt nimmt man bei dieser Ernährungsform um die 20 bis 25g Kohlenhydrate pro Tag zu sich. Der Großteil dieser Kohlenhydrate stammt aus frischem, kohlenhydratarmen  Gemüse und Beeren. Neben den gerade genannten Kohlenhydraten, wird Protein in moderater Menge ( welche der anerkannten Verzehrempfehlung entspricht ) zu sich genommen. Um seine tägliche Energiezufuhr zu gewährleisten werden die restlichen Kalorien durch natürliche und gesunde Fette zugeführt. Hier spricht man von unverarbeiteten Lebensmitteln, die einen natürlich hohen Fettgehalt aufweisen, wie zum Beispiel Avocado und Nüsse. Meist ist das Verhältnis von Fett zu Kohlenhydraten bei 4:1 oder 3:1 um einen optimalen Zustand der Ketose zu erreichen. Anstelle von Glukose verwendet der Körper bei der ketogenen Ernährung Ketone um Energie zu gewinnen. Ketone entstehen durch die Fettverbrennung und stellen eine sehr effektive Art der Energiegewinnung dar. Ketone sind also der neue Energielieferant und bieten dem Körper, sobald dieser an die Ketose angepasst ist, mehr Energie und Kraft als bei einer herkömmlichen kohlenhydrathaltigen Ernährung.

  •  Welche Unterschiede bestehen zur herkömmlichen Ernährung?

    Der wohl bedeutendste Unterschied zur herkömmlichen Ernährung ist der Verzicht auf Kohlenhydrate, Zucker, Gemüse, welches Stärke beinhaltet und Obst. Bei dieser Ernährungsform wird auf Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Süßigkeiten und Co. „verzichtet“. Durch den „Verzicht“ auf diese Lebensmittel gelangst du, durch das Hinzufügen von ausreichend Fett, in einen Zustand den man Ketose nennt. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Ernährung, bei der eine Insulinausschüttung und Fettspeicherung nach der Nahrungsaufnahme entsteht, geschieht bei der ketogenen Ernährung so gut wie gar nichts. Es entsteht nur eine minimale Insulinreaktion die folglich dann auch keine Fettspeicherung vorantreibt. Demzufolge kann man also sagen, dass wir durch die Aufnahme von Kohlenhydraten, unseren Insulinspiegel in die Höhe treiben und auf Dauer von den Kohlenhydraten zunehmen und nicht von Fett und Protein.

 

(Quelle: www.keto-food.net)
(Quelle: www.keto-food.net)

 

  • Für wen eignet sich diese Form der Ernährung?

Die ketogene Ernährung eignet sich für jede Person, die wert auf eine gesunde, ausgewogene und nachhaltige Ernährung wert legt. Die Umstellung des Denkens von dem jahrelang gepredigten „Fett macht dick und ist ungesund“ ist für die meisten Menschen das größte Hindernis um dieser Ernährungsform eine Chance zu geben. Jedoch ist diese Ernährung nicht nur für „gesunde“ Menschen eine Bereicherung, sondern auch für „kranke“. Die ketogene Ernährung nicht nur dafür bekannt ein gesunder Lebensstil zu sein, sondern auch dafür, dass sie eine ganze Reihe von Krankheiten verbessern kann, so wie Nickkrampf, Epilepsie, Autismus, Alzheimer, Migräne, Allergien, Schlafstörungen, ADHS, Reizdarmsymptome, Krebs, Akne und einige mehr. Durch den Verzicht auf Kohlenhydrate und Zucker, kann der menschliche Körper Entzündungswerte im Körper minimieren.

  • Gibt es Nebenwirkungen oder Dinge die man beachten muss?

Ja es gibt ein paar temporäre Nebenwirkungen. In den ersten paar Tagen ist die Umstellung schwer, man ist müde, hat Kopfschmerzen und auch ein gewisses Hungergefühl – aber es sind meist nur ein paar Tage. Dies nennt man auch eine Keto Grippe, es ist ein ganz ähnliches Gefühl wie das einer normalen Grippe, in der man sich einfach geschlaucht und müde fühlt. Das Gefühl, das man jedoch bekommt wenn der Körper in die Ketose übergeht, ist unbeschreiblich. Man besitzt mehr Energie und Kraft und kann sich wesentlich besser konzentrieren und ist leistungsfähiger. Wichtig ist auch genügend Flüssigkeit in Form von Wasser und Tee pro Tag zu sich zu nehmen, hier redet man von 3-4 Litern pro Tag.

(Quelle: www.keto-foo.net)
(Quelle: www.keto-food.net)
  • Wie hat die Ketogene Ernährung deinen Lebensstil verändert?

Vor ungefähr 4 Jahren wurde ich wegen einer Entzündung am Darm ins Krankenhaus eingeliefert und dort mit einer Menge Chemie und Antibiotika behandelt. Nach den ersten 2-3 Tagen fing ich an allergische Reaktionen zu zeigen, doch um die Entzündung in den Griff zu bekommen, stellte mich das Krankenhaus vor die Wahl „Operation oder weiteres Antibiotikum“,  also wählte ich die verschiedenen Antibiotika und wurde anscheinend wieder „gesund“ und nach ungefähr 10 Tagen entlassen. Zuerst war alles in Ordnung doch innerhalb der ersten 4 Wochen hatte ich täglich Schmerzen – mein Darm pochte richtig und ich hatte Magen- und Darmprobleme. Daraufhin folgte 2 Jahre lang Probleme und Allergien auf ungefähr 90% aller Lebensmittel. Nach Jahren voller Medikamente und Schmerzmittel, stieß ich wie oben beschrieben auf die ketogene Ernährung. Die ersten Tage waren hart, ich war hungrig und war müde aber meine Beschwerden gingen zurück. Nach 4 Wochen war ich komplett gesund, hatte keine Schmerzen mehr und konnte wesentlich mehr Lebensmittel essen, als in den Jahren zuvor. Seit diesem Tag lebe ich ketogen, koche ketogene Rezepte und habe eine Ernährung gefunden, die mittlerweile eine Lebenseinstellung ist und es geht mir besser denn je.

(Quelle: www.keto-food.net)
(Quelle: www.keto-food.net)

 

Vielen Dank Elena, für diesen interessanten Einblick in die ketogene Ernährungsform. Wenn Ihr euch gerne mit ihr in Verbindung setzen wollt folgt ihr auf ihrer Facebookseite https://www.facebook.com/ketofood/?fref=ts oder besucht ihre Website unter http://keto-food.net/  🙂

Im nächsten Teil unserer Reihe werden wir einen weiteren Einblick in die Unterschiede und Merkmale verschiedener Diätformem kennenlernen.

Sabine Boehm

Sabine Boehm

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Mitglied bei der DFJV (Deutscher Fachjournalisten-Verband AG)
Kontakt: Sabine.Boehm@flashing-light.de

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