Swingtime im Friedrichsbau Variete Stuttgart

Let it swing – die neue Show „Swingtime“  im Friedrichsbau Varieté Stuttgart

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Kurze Röcke, Bubiköpfe und dazu grazile Beine, die sich zum Modetanz Charleston rhythmisch bewegen. Hört man diese Beschreibungen, assoziiert man automatisch damit das Zeitalter der „Goldenen 20er“, der „Roaring 20ies“ – ein Zeitalter des kurzen wirtschaftlichen Aufschwungs, einer Blütezeit der Kunst, Kultur und Wissenschaft.

 

In dieses Zeitalter des Swings entführt uns Regisseur Ralph Sun mit seiner neuen Show „Swingtime“, die seit dem 06.11.2016 im Stuttgarter Friedrichsbau Varieté zu sehen ist.

Im Mittelpunkt steht eindeutig die Musik! Man könnte auch behaupten, es handle sich um ein Live Konzert, mit künstlerischer Untermalung, da die dreiköpfige Band  „The Slampampers“ beinahe den gesamten Abend präsent ist.

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Das niederländische Terzett, bestehend aus Tonny Ector, Leon Steuns und Eric van de Lest deckt die klassischen Swing Instrumente ab: mit Schlagzeug, Contrabass und Saxophon erreichen die drei Musiker, die auch noch allesamt hervorragende Sänger sind, den Sound der 20er Jahre. Sie sorgen dazu noch mit ihren kleinen Slapstick-Einlagen für besondere Unterhaltung und unterstützen die weiteren Künstler des Abends stets mit ihrer Live Musik. Hier kommt nichts vom Band – auch wenn diese Option sicherlich kostengünstiger ausgefallen wäre. Die Qualität dominiert im Friedrichsbau eindeutig!

Ebenso bei den Künstlern des Abends. Ein besonderes Highlight stellt das Trio Batut aus der Ukraine verblüfft mit ihrer Trampolin Show – sie gehen locker an den Wänden hoch, springen durch die Fenster der aufgebauten Kulisse und sorgen mit ihrem Tempo für Sonderapplaus.

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Sinnlich und verführerisch, so könnte man Rita Lynch bezeichnen, die Burlesque Tänzerin lässt teilweise ihre Hüllen fallen und demonstriert außerdem noch, dass sie eine gute Sängerin ist. Mit glitzernden Kostümen und Federfächern ist sie ein Augenschmaus für die männlichen Gäste.

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Doch auch die Damenwelt kommt nicht zu kurz: Magier Raul Alegria verzaubert nicht nur mit seinen Fingerfertigkeiten und großen Showelementen. Am Ende lässt er es sogar auf der Bühne schneien, ein passendes Gimmick für die Shows rund um Weihnachten.

 

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Dmytro Kharlov verstärkt das Herrenensemble und zeigt wahnwitzig, wie man auf Röhren in schwindelerregender Höhe balancieren kann, ohne dabei herunter zu fallen!

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Fallen, das ist auch ein Fremdwort für Anissa Elakel, die Handstand-Akrobatin stellt ihre enorme Kraft unter Beweis, in dem sie teilweise nur einhändig auf der Lehne eines Sofas balanciert.

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Oftmals fragt man sich als Zuschauer, woher die Künstler diese Kraft nehmen?! Jahrelanges Training dürfte wohl hier die Antwort sein und auch bei Lena Smaha sieht es so einfach aus, wie sie ihre Keulen schwingt. Die Jonglage wird zum Ende des Showacts immer temporeicher und als Highlight sind die Keulen noch beleuchtet, so dass ein wundervoller Effekt entsteht.

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Beinahe wie bei Marina Skulditskaya, die „Meisterin des Hula Hoops“, vielen fällt es schon schwer, einen Reifen oben zu halten, doch bei dieser Künstlerin stellen nicht mal 20 Reifen ein Hindernis dar. Mit tänzerischen Bewegungen schwingt sie die Hula Hoops als wären sie gar nicht vorhanden und sie würde sich nur zu einem Lied bewegen.

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Faszination pur! Und auch das Publikum wird aktiv in die Show eingebunden. Wenn Magier Alegria sich fesseln lässt, werden jeweils Zuschauer auf die Bühne gebeten oder auch die „Slampampers“ flirten ungeniert mit dem weiblichen Publikum. Allen voran der Saxophinist – aber wurde nicht schon beim Filmklassiker „Manche mögen´s heiß“ von Billy Wilder (unvergessen mit der legendären Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemon in den Hauptrollen) behauptet, dass die Saxophonisten stets die größten Draufgänger seien?! Hier trifft es jedenfalls auch zu!

 

Die Bühnenkulisse entführt in ein einfaches Viertel zur Zeit der 20er, eine Hausfassade mit Fenstern ist zu sehen und je nachdem, welcher Künstler auftritt, untermalen die weiteren Künstler des Abends die Szenerie und lassen die Bühne lebendig werden. Ein skurriles Völkchen trifft sich dort – alle so unterschiedlich und dennoch verbindet sie eines: die Liebe zur Kunst, der Musik und der Bewegung.

 

Let the show begin and let it swing! Erleben Sie dieses musikalische Highlight der besonderen Art noch bis zum 11.02.2017 im Friedrichsbau Variete Stuttgart!

 

Bericht: Franziska Maier

Fotos: Alexandra Klein

 

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)