„Sister Act“: In München sind die Nonnen los

Sister Act München - Bild: Jasmin Gollwitzer
Sister Act München – Bild: Jasmin Gollwitzer

Am 20. Mai 2017 feierte das Musical „Sister Act“ Premiere im Deutschen Theater in München.
Im gleichnamigen Film mischte bereits 1992 Whoopi Goldberg als Deloris van Cartier das verstaubte Kloster in Philadelphia auf.

Im deutschen Theater in München schlüpfte nun Aisata Blackman in die Rolle der mäßig erfolgreichen Barsängerin, die auf ihren Durchbruch wartet, jedoch stattdessen dummerweise Zeugin eines Mordes im Nachtclub wird. Es hilft nichts, trotz allen Jammers muss sie innerhalb des Zeugenschutzprogrammes brav und gottesfürchtig am Leben der Nonnen im Kloster teilnehmen, bis sie endlich im Prozess als Kronzeugin aussagen kann.

Wie bringt also die schrille, glitzernde und laute Entertainerin die vielen Tage im düsteren Alltag hinter Klostermauern am besten rum? Natürlich – der Kirchenchor!
Und so bringt Deloris in Nonnentracht die singenden Schwestern auf Vordermann, ganz zum Leidwesen der konservativen Mutter Oberin (Agnes Hilpert). Glitzernde Nonnentracht, Rappen in der Kirche und laute Gospelsounds sind so gar nicht nach deren Geschmack.
Es kommt schließlich, wie es kommen musste und die Gangster bekommen Wind vom wild tanzenden Nonnenchor, der auch über Fernsehbildschirme flimmert und endlich wieder Besucher in die Kirche lockt. Ein wildes, lustiges Durcheinander folgt und schickt das Publikum am Ende beschwingt und gut gelaunt nach Hause.

Sister Act München - Bild: Jasmin Gollwitzer
Sister Act München – Bild: Jasmin Gollwitzer

Das ehrwürdige steinerne Kloster wirkt wunderbar im Kontrast zum glitzernden Bühnenbild der Nonnenshows. Vor allem die Kirche ist ein Highlight.
Die Musik aus der Feder von Alan Menken und die Tanzeinlagen des Broadway-Musicals orientieren sich stark an den Disco Sounds der 70er Jahre. Allerdings sei dem Kenner des Hollywoodstreifens gesagt, dass keines der Filmlieder seinen Weg ins Musical geschafft hat. Auch der Erzählstrang weicht ein wenig vom Film ab. So bekommt Polizist Fritzinger (Karim Ben Mansur) eine eigene kleine Geschichte und auch die 3 Helfershelfer des Gangsterbosses (Mischa Mang) bekommen ihre Bühne. In jedem Fall eines der lustigen Highlights des Musicals, in dem die drei völlig überzeugt davon sind, wie einfach sie doch mit ihrem Sexappeal die Nonnen um den Finger wickeln werden.

Die Ensembleparts des Nonnenchors sind stimmgewaltig und machen gute Laune, besonders da sich die Nonnen Mary Robert (Abla Alaoui), Mary Patrick (Maren Somberg) und Mary Lazarus (Regina Venus) mit ihrem ganz eigenen Charme ins Herz des Publikums spielen und singen.

Bis zum 9. Juli tanzen die Nonnen noch im Deutschen Theater. Alle weiteren Informationen zum Musical in München sind auf https://www.deutsches-theater.de/sisteract/ zu finden.

Text und Bilder: Jasmin Gollwitzer

Jasmin Gollwitzer

Jasmin Gollwitzer

Diplom Kauffrau (univ.) und Senior Marketing Managerin bei einem großen Online Unternehmen. Jahrelange redaktionelle Arbeit bei Theater-News-Portalen. Freie Redakteurin im Bereich News, Rezensionen, Interviews und Berichte.