Rockin Hallelujah

Rockin Hallelujah

Gospel gemischt mit Classic Rock – kann das funktionieren? Die Antwort lautet eindeutig: Ja!

Denn das, was David Hanselmann mit seiner Band The Risk sowie Jimmy Love mit seiner Harlem Praise family auf die Bühne des Friedrichsbau Varietés brachte, war die perfekte Symbiose beider Musikrichtungen. Ein mutiges Konzept, das sei vorab gesagt, doch die Rechnung ging auf.

Das Sommergastspiel im Friedrichsbau, das an drei aufeinanderfolgenden Abenden aufgeführt wurde, zog die Zuschauer an wie ein Magnet! Der Friedrichsbau war fast komplett ausverkauft – begeistert wurde mitgesungen, mitgeklatscht und kaum einen hielt es noch auf den Stühlen.

Das lag aber auch an den hoch engagierten Charakteren auf der Bühne.

Eröffnet wurde der Abend mit einer A Capella Version des Stückes „Amazing Grace“. Jimmy Loves gesangliche Range sei hierbei besonders hervorzuheben – vom sonoren Bassgesang, bis hin zur hohen Kopfstimme – Love beherrscht jeden Ton bei seiner 8 Oktavenstimme und das auch bei den Rocksongs oder im Duett mit Hanselmann.

Dieser führte durch den Abend, mal melancholisch (der Sänger erkrankte im Jahr 2014 an Krebs und auch sein langjähriger Bandkollege hat aktuell mit dieser schlimmen Krankheit zu kämpfen), mal heiter und immer einen Spruch auf den Lippen.

„Musik kann heilen!“, so David Hanselmanns Motto. Den Zuschauern wurde in rund 3 Stunden ein musikalischer Reigen aus den verschiedensten Jahrzehnten der Rockgeschichte präsentiert. Dabei Hits von Phil Collins, Prince, Foreigner, The Doors, David Bowie, Queen und noch viele mehr.

Ob 60er, 70er oder 80er Jahre – das Spektrum war vielfältig und manchmal hatte man beinahe den Eindruck, die Originalsänger wären auf der Bühne. Auch der Sound war authentisch wie damals. Der Keyboarder der Band The Risk ist noch einer der wenigen Musiker, der in der Lage ist, die Vox Orgel zu spielen, diese kommt bei dem Doors Klassiker „Light my fire“ sehr gut zur Geltung.

40 Jahre Rockmusik – kein Wunder, dass das Publikum letztendlich noch viele Zugaben forderte, denn die fantastische Kombo auf der Bühne wollte keiner so schnell gehen lassen!

Loves „Harlem Praise family“, sprich sein Chor, bestehend aus 14 Damen, heizten ebenfalls ordentlich ein. Man hatte manchmal den Eindruck, dass nur noch Whoopie Goldberg fehlte, denn der Chor agierte und sang wie in „Sister Act“ – powervoll und mit Inbrunst!

Bei diesem Sommergastspiel wurde komplett auf akrobatische Einlagen verzichtet, ein Novum für Zuschauer, die regelmäßig den Friedrichsbau besuchen. Doch man vermisste hier auch nicht die „sportlichen Unterbrechungen“. Die Musik trug durch den Abend und spätestens beim letzten Titel „You raise me up“, kullerten so manch kleine Tränen beim ein oder anderen.

Wie würde man in der Chemie so schön sagen: Experiment mehr als gelungen! Und dieser Abend machte Lust auf mehr! Bleibt zu hoffen, dass es auch 2018 wieder im Friedrichsbau Varieté heißt:  „Rockin Hallelujah“!

 

Bericht: Franziska Maier

Fotos: Alexandra Klein

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)