Ein Jubiläum der besonderen Art: 30 Jahre Goldene Künstlergala


Wir schreiben das Jahr 1987 – zwei Jahre vor dem Mauerfall, Willy Brandt gibt seinen vorzeitigen Rücktritt als SPD Parteivorsitz bekannt, Michael Rust landet mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau, der US Präsident Ronald Reagan reist zur 750 Jahr Feier nach Berlin, die Supernova 1987A wird entdeckt und Thomas Gottschalk moderiert zum ersten Mal „Wetten, dass?!“

 

Dies waren nur einige Ereignisse aus dem Jahr 1987 – doch eines fehlt: damals erschien zum ersten Mal das Künstler Magazin und die Goldene Künstler Gala feierte Premiere.
Zwischenzeitlich ist dieses Großereignis, das alljährlich in der Filharmonie Filderstadt regen Anklang findet, nicht mehr aus der Showwelt wegzudenken.

Ein who is who der Künstler verschiedenster Genres ist dort zu sehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man als Besucher der Gala als Erstes von Bud Spencer oder Michael Jackson begrüßt wird. Doch halt – sind die beiden denn nicht bereits verstorben? Nun, in Filderstadt sind sie noch quicklebendig, in Form ihrer Doppelgänger! Auch Elvis, the king, Presley, der an diesem Abend nochmals auftritt, bekommt eine Ehrung, genauer gesagt Andy King – the shadow of Elvis, mit seiner Elvis Presley Tribute Show. Auch die legendären Bee Gees kann man noch einmal in ihrer Urbesetzung erleben – Jive Talking, die Bee Gees Revival Show, lässt das Disco feeling der 70er Jahre wiederaufleben und das so perfekt, dass man auch optisch der Meinung ist, die drei Gibb Brüder wären wieder vereint on stage.
Einen Hauch von Wehmut hat dies irgendwie schon, doch durch die Künstler, die sich zur Auflage machten, den Geist der weltberühmten Stars lebendig zu halten, schaffen sie eine ganz besondere Atmosphäre im Saal. Dabei klingen die Stimmen von Elvis oder den Bee Gees beinahe so wie bei den Originalen. Und noch ein ganz großer wird an diesem Abend geehrt – der erste und für viele auch einzige wahre Entertainer: Peter Alexander. In „Servus Peter“, dem Peter Alexander Musical, das aktuell on Tour zu sehen ist, erklingen nochmals die größten Hits von ihm und auch die Zuschauer der Filharmonie bilden einen perfekten Chor zu „Die kleine Kneipe in unserer Straße“!. Unvergessene Hits, unvergessene Künstler!
Viele der Akteure des Abends haben es noch nicht geschafft, einen derartig legendären Künstlerstatus zu erreichen, doch sie sind auf dem besten Weg dorthin. So überzeugen Pippo Azzurro, das Vater-Sohn Gesangsduo mit Klassikern der italienischen Musikwelt, die Band Partyfieber heizt mit ihrem Sound ordentlich ein und Verena Ruder verzaubert mit ihrem Gesang sowie ihrem Piano. Ein Hauch von Country weht bei Lutz Adam durch den Saal und man fühlt sich versetzt nach Nashville und sieht die Route 66 vor sich. Und die Partyband Powerplay rockt den Saal und stimmt schwungvolle Töne nach der Pause an.
Jeder Künstler an diesem Abend schafft es, das Publikum abzuholen und das auf seine ganz eigene Art und Weise. Ein besonderes Highlight stellt auch der „Heimmatador“ Frl. Wommy Wonder dar, der Travestie Star sinniert über seinen diesjährigen 50. Geburtstag und ist gar nicht mehr so „happy“ über diesen „birthday“. Auch die Bundesjugendspiele waren für „klein Wommy“ alles andere als spaßig. Mit ihrer direkten und redseligen Art sorgt das ewige Fräulein für Lacher und großen Szenenapplaus.
Eben solchen erhielt auch die Sand Malerei Show, die vielen aus der TV Sendung „Das Super Talent“ bekannt sein dürfte. Sehr schade war hier nur, dass der Beamer öfters ausfiel und die wundervollen Kunstwerke aus Sand daher nicht richtig im Saal übertragen wurden. Dennoch wurde die Leistung der Sand-Künstlerin mit großem Beifall quittiert.
Für etwas „andere Töne“ sorgte Bauchredner Marcus Magnus, der mit seinem frechen „Begleiter“, genauer gesagt seiner Handpuppe, den Saal genau inspizierte. So fanden die beiden heraus, wie staubig doch die Decke sei und wenn man bedenke, dass jeder Mensch nach seinem Ableben zu Staub wird, dann müsse hier in der Filharmonie ja ein ganzer Friedhof sein!
Frech und zugleich äußerst humorvoll war auch Kai Kramostas Auftritt, der Comedian verstand sein Handwerk und brachte den Saal nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Toben. Dass er auch seine Statur, die etwas fülliger ist, auf´s Korn nahm, kam besonders gut an. Oftmals ist Comedy eine Gratwanderung, doch wer sie beherrscht, wird auch entsprechend belohnt.
Ruhigere Töne schlug Mentalist und Gedankenkünstler Jakob Lipp an. Er integrierte die Zuschauer in seinen Showact. So stellte er eine Verbindung zwischen Schokolade und den Gedanken einer Frau her. Eine Zuschauerin musste sich entscheiden, in welche Hand sie jeweils eine Münze nehmen sollte. Lipp stellte ihr dann Fragen zu ihren Vorlieben, die Schokolade betreffend. Und tatsächlich – aufgrund der Antworten, erriet der Künstler immer wieder auf´s Neue, wo sich die Münze befand!
Man sollte auch im wahren Leben solch ein Talent haben, dann ließen sich manche Situationen sicherlich viel besser einschätzen.
Futuristisch wurde es bei der 30. Goldenen Künstler Gala ebenfalls – mit Robotman Oliver Kessler, der auf Stelzen als überdimensional großer Titan durch den Saal schritt und eine fantastische Lasershow zeigte.
Eine separate Lasershow wurde noch vor dem großen Finale gezeigt und bildete den krönenden Abschluss.
Zuvor gab es aber noch allerlei Highlights in Form von Artistik, Gesang und Show.
Mr. Bean himself trat auf (tob e or not to Bean), Sascha Pazdera verzauberte mit seinen Dancers, Monsieur Chapeau zeigte waghalsige Rola-Rola Akrobatik und dass er ein Held der Balance ist und Jörg Hammerschmidt ließ gleich ganz große Prominenz gratulieren – der Stimmenimitator hat sie alle drauf – von Angela Merkel, über Udo Lindenberg, bis hin zu Julio Iglesias. Die Krönung war sein dargebotener Song, bei dem er alle Stimmen integrierte und am Ende als wahrer Caruso opernhaft schmetterte.
Stargäste des Abends waren „Die Paldauer“ – die aus TV und Funk bekannte Schlagerband ist aus der deutschen Musikwelt nicht mehr wegzudenken. Das charmante Sextett schafft es, dabei nicht nur die weiblichen Fans mit ihrer Musik zu bezaubern. Ihr neues Album „3000 Jahre“ ist wohl auch Programm – 3000 Jahre Paldauer, das wäre doch etwas!
Passend zu den Schlagerkünstlern des Abends, zu denen auch die Newcomerin Annabelle Prinz gehörte, moderierte kein Geringerer als Uwe Hübner, der „Mr. ZDF Hitparade“, die Show! Routiniert und mit passenden Überleitungen war er ein hervorragender Conférenciér. Und er achtete auf die Zeiten – so sind die Goldenen Künstlergalas aufgrund der Vielfalt an Künstlern, stets sehr lange Veranstaltungen, die rund 4 Stunden und mehr umfassen. Hübner jedoch nutzte die Bühne nicht zur Selbstdarstellung, sondern er erfüllte seine Funktion als Moderator perfekt. Jeder Künstler wurde von ihm mit einer passenden Moderation auf die Bühne gebeten und wertgeschätzt. Im kommenden Jahr geht Hübner auch auf große Tournee – 50 Jahre Hitparade! Das muss gefeiert werden!
Im Anschluss an die Goldene Künstlergala wurde natürlich auch noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Und wer einmal bei Georg Dull, dem Initiator der Gala sowie Herausgeber des Künstler Magazins zu Gast war, der weiß, dass er bereits wieder die nächstjährige Gala aktiv plant. Nach der Gala ist vor der Gala!
Und so steht der Termin für 2018 schon fest: 19. Oktober! Save the date!

 

Fotogalerie von Frank Streckfuß:

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Bericht: Franziska Maier
Fotos: Georg Dull

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)