I did it my way…die Musical Gala des KJO Ludwigsburg auf anderen Wegen

I did it my way…die Musical Gala des KJO Ludwigsburg auf anderen Wegen

Langjährige, treue Besucher der Musical Galas des Kreisjugendorchesters Ludwigsburg werden sich in diesem Jahr doch etwas gewundert haben – so fand die Veranstaltung nicht, wie gewohnt, im Ludwigsburger Forum statt, sondern in der Halle auf der Schray in Erdmannhausen.

Zwar konnte die Bühne der Halle nicht mit der Größendimension des Forums mithalten, doch das tat der Qualität der Gala keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil! Das Orchester, unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Roland Haug, rückte dichter zusammen und auch die Künstler des Abends kamen mit den veränderten Bühnenverhältnissen hervorragend zurecht.

Die gesamte Atmosphäre erschien sehr persönlich und fast schon familiär, da die Künstler regelrecht zum Anfassen nah waren. So eröffneten Armin Kahl, Kevin Tarte und Anna Hofbauer ihren Part mit „Mack the knife“, dabei schritten sie swingend und tanzend durch die Reihen des Saals.

Die eigentliche Eröffnung gebührt jedoch immer dem KJO, das diesmal das Motto „Filmmusik“ wählte, welches sich wie ein roter Faden durch den Abend zog. Wer kennt nicht die Titelmelodie von „Indiana Jones“?! Genau diese stellte den Startpunkt des Abends dar, ehe sich dann die musikalischen Gäste abwechselten. Ein bunter Reigen der Musicalwelt wurde präsentiert und so blieb kaum ein Wunsch offen. Ob Klassiker aus „Elisabeth“, dem „Phantom der Oper“ oder ein Medley aus „My fair lady“ – die Melodien schrieben Geschichte und begeistern nach all den Jahren immer noch.

Apropos Begeisterung – das „musicalische“ Terzett Tarte, Kahl und Hofbauer harmonierte perfekt. So erklangen auch Titel, die bisher noch nicht Teil der KJO Galas waren. Die Ex-Bachelorette Anna Hofbauer überzeugte mit ihrem Solo aus „Die Päpstin“ sowie als „Kaiserin Sisi“ aus dem Musical „Ludwig²“, in dem sie aktuell im Füssener Festspielhaus zu sehen ist. Ebenfalls ihr Kollege und „Heimmatador“ Kevin Tarte: Der ehemalige „Graf von Krolock“ aus „Tanz der Vampire“ zieht nach wie vor als Publikumsmagnet die Zuschauer an und stellte in Titeln wie „Kalte Sterne“ (ebenfalls aus „Ludwig²“), „I am what I am“ oder „Hinter hohen Klostermauern“ („Die Päpstin“) seine beeindruckende Baritonstimme unter Beweis.

Und auch Armin Kahl, der als „Sky“ in der Stuttgarter Produktion des Abba Musicals „Mamma Mia“ zu sehen war und seither in zahlreichen Musicalrollen brillierte, zeigte sein hervorragendes Entertainer – sowie Gesangstalent. Insbesondere seine Darbietung des Titels „´Til I hear you sing“ aus dem Musical „Love never dies“, sorgte für Gänsehautfaktor und im Duett mit Kevin Tarte bei „Me and my shadow“ gab es kein Halten mehr bei den anwesenden Zuschauern im Saal. Die beiden Künstler hatten sichtbaren Spaß und stimmten sich sogar optisch ab – Tarte mit glitzerndem Schuhwerk und Kahl mit passend glitzernden Ornamenten auf seinem weißen Hemd.

Ein Ohrenschmaus waren auch die Soli des KJO, bei der „Symphonischen Suite“ aus „Fluch der Karibik“ konnte man im Geiste „Captain Jack Sparrow“ auf seiner “Black Pearl” sehen und bei der „Star wars Saga“ flogen imaginäre Raumschiffe durch den Saal.

Dass das KJO  höchst talentierte Solisten hervorbringt, demonstrierten Julian Escher, der das Lied „Autumn Leaves“ mit seinem Flügelhorn präsentierte sowie Fabian Weiß, der den „Pink Panther“ nicht mit einem Saxophon, sondern mit seiner Tuba darbot!

Ein abwechslungsreicher Abend, der auch bekannte amerikanische Klassiker enthielt, ob Armin Kahls Interpretation des Elvis Songs „Always on my mind“, Kevin Tartes „My way“ oder Anna Hofbauers „Something stupid“ (im Duett mit Tarte) – die Zeit verging dabei wie im Fluge und nach zwei Stunden war es dem Publikum immer noch nicht genug – sie forderten Zugabe bei tosendem Applaus und Standing Ovations. Die Künstler, das KJO und Roland Haug folgten den Rufen und gaben rund 30 Minuten Zugaben.

Ein durchweg gelungener Abend, der trotz der veränderten räumlichen Umstände ein grandioser Erfolg war und Lust auf mehr machte.

Daher könnte man “Paulchen Panthers” Motto auch beim KJO anwenden: Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!

Bericht und Fotos: Franziska Maier

 

Franziska Maier

Franziska Maier

> Offizielles Mitglied der "bdfj" Bundesvereinigung der Fachjournalisten e.V. > Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und ev. Theologie* Beruf der Realschullehrerin (inkl. des Amtes der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) > Journalistische Tätigkeit bei diversen Magazinen (Veröffentlichung von Artikeln u.a. bei Da Capo, Thats Musical, Blickpunkt Musical, Esslinger Zeitung...)